Coustantins Dekrete.
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Schauspiel der ersten allgemeinen Kirchenversammlung von einigenHundert Bischöfen und Presbytern mit dem Kaiser an der Spitzel325), wo das Christenthum Triumphe zu feiern glaubte, aber nurseine Schwäche und innere Zerfahrenheit verrieth. Denn da, woes zuerst officiell in dem ganzen Glanze seiner geistlichen und welt-lichen Machtvollkommenheit austrat, war von seinem ursprünglichenWesen keine Spur mehr vorhanden, weder von den essenischen Lehrender Demuth, der Brüderlichkeit und der Gütergemeinschaft, noch vondem panlinischen Eifer für Sittlichkeit und Gesinnungstüchtigkeit, nochvon dem Drange der alexandrinischen Schule nach wissenschaftlicher Ge-lehrsamkeit. Dogmenstreitigkeiten, ob Christus, der Sohn, mit demVater gleich, ähnlich oder unähnlich sei, die um so erbitterter geführtwurden, je weniger sie bewiesen werden konnten, bildeten von jetzt anden Vordergrund der Kirchengeschichte, welche sich zur Weltgeschichteemporgeschwungen hatte. Auf dem nicäischen Concil zerriß die letzteFaser, welche das Christenthum mit seinem Urstocke zusammeuhiclt.Das Osterfest, welches in zahlreichen christlichen Gemeinden mit demjüdischen Passahfeste zugleich, und zwar an dem vom Synhedrin inJudäa berechneten und festgesetzten Tage begangen worden war, solltefortan vom jüdischen Kalender losgelöst werden. So verlangte es dierömische Kirche, welche unabhängig von jüdischer oder apostolischerUeberliefernng stets die Ostern am Sonntag nach Vollmond desFrühlingsmonats gefeiert wissen wollte. Dadurch war eine Spaltungin der Christenheit ausgebrochen, der sogenannte Paschastreit. Rombedrohte mit dem Bannflüche die Gemeinden in Syrien, Kleinasienund Mesopotamien, welche mit den Juden zugleich am Abend desvierzehnten Nissan die Osterfeier begingen. Das sollte nicht sein.„Denn es sei vor Allem unwürdig, daß wir bei diesem heiligstenFeste dem Gebrauche der Juden folgen sollten. — Fortan sei unsnichts mehr mit dem verhaßten Volke der Juden gemein, wir habenvon unserm Heiland einen anderen Weg erhalten. — Denn es wäredoch wahrhaft abgeschmackt, daß die Juden sich rühmen sollten, wirseien nicht im Stande, die Passahfeier ohne ihre Lehre (ihre Berech-nung) zu begehen" *) Diese Aeußerung wird dem Kaiser Constantiuin den Mund gelegt, und wenn er sie auch nicht selbst gethan, sowar sie »nicht minder der leitende Gedanke der Kirche, welche jetztüber das Geschick der Juden zu bestimmen hatte.
9 liiussbius äs vlta Lonstantiui III. e. 11. lorc