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Geschichte der Juden.
Wiedergeburt des Messicisreiches knüpften, hatten für den nüchternenSinn R. Juda's nicht Bedeutung genug, sich damit in dem Lehrhausezu beschäftigen. Es war dies allerdings eine Art Neuerung, gewisser-maßen eine Auswahl aus dem gehäuften Material der Gesetze zutreffen. Indessen galt diese Auswahl nur für die Lehrvorträge derfeierlichen Metibta; privatim beschäftigte sich R. Juda hingegen mitdem ganzen Umfange der empfangenen Mischna, welche er von dreißigzu dreißig Tagen zu wiederholen pflegte *). Er führte in die Traditionensogar die Genauigkeit ein, nicht bloß den Inhalt der Ueberlieferung,sondern auch die Namen der Ueberlieferer und in zweifelhaften Fällenauch die Zweifel über die Namen gewissenhaft mitzutheile» °). Dennochverdächtigte merkwürdiger Weise gerade sein Bruder Rami (R. Ami)die von ihm mitgetheilten Traditionen und strafte ihn geradezu Lügen.„Glaubt nicht," benierkte er öfter, „den Aussprüchen, die mein Bruder„Juda im Namen Rab's oder Samuel's mittheilt; sondern so und so ist„es überliefert worden"'^). Auch in einer andern Beziehung war Ramiein Gegner seines Bruders; er verließ Babylonien und wunderte nachJudäa aus, obwohl sein Bruder Solches als ein nicht geringes reli-giöses Vergehen betrachtete und streng rügte. Selbst die Rückkehr derbabylonischen Exulanten unter Zernbabel und Esra galt in seinenAugen als eine Gesetzesverletzung, die besser ungeschehen gebliebenwäre, da der Prophet Jeremias den Verbannten eingeschärft hätte,sie sollten auch in Babylonien sterben. Er entschuldigt den frommenEsra und dessen Auswanderung nur damit, daß er die Familienzweifelhafter Abstammung nach Judäa führte, damit die Zurück-bleibenden von Vermischung mit denselben fern gehalten bleibenkönnten
Die Strenge in Betreff der Geschlechtslauterkeit war, wie schonerwähnt, eine andere Eigenthümlichkeit R. Juda's. Er war in diesemPunkte so peinlich, daß er seinen Sohn Isaak lange über die Zeitder Mannbarkeit hinaus nicht verheiraten mochte, weil er nicht gewißwar, ob die Familie, aus welcher er ihm eine Gattin zuführen würde,über alle Anfechtung makellos wäre. Treffend bemerkte ihm hieraufsein Freund Ulla: „Wissen wir denn bestimmt, ob wir nicht von denHeiden abstammen, welche bei der Belagerung Jerusalems die Jung-frauen in Zion geschändet?"''). Diese Peinlichkeit in Bezug auf denGeschlechtsadel verursachte R. Juda manche Verdrießlichkeiten. Einstkam ein angesehener Mann ans Nahardea nach Pumbadita, der von
i) Uosob lm-Lebaua. 35. a.
-) Obnlin 18. b. o) Aas, 44 g,. Lstnbot 21. a., 60. a., 76. b.
Letnbot 110. b. Liäneobiu 70. b. Lidusdnii das.