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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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R. Juda b. Jecheskeel.

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den Hasmoiiäern abstammen wollte, vielleicht von dem unglücklichenKönig Hyrkan II., der einige Jahre in Babylonien gelebt hat. DenNahardeaner, welcher mit den angesehensten Familien seines Wohn-ortes verschwägert war, verdroß es, daß man bei allen GelegenheitenR. Inda b. Jecheskeel den Vorzug einränmte und äußerte sich einstspöttisch:Wer ist denn dieser Inda b. Jecheskeel?" Als dieseAenßerung R. Inda zu Ohren kam, legte er denselben dafür in denBann, und als er gar hörte, daß dieser Nahardeaner alle WeltSklaven nannte, ließ er sich von der Heftigkeit Hinreißen, ihn öffentlichals einen Abkömmling von Sklaven zu brandmarken. Der Beschimpftebeklagte sich hierüber bei R. Nachman, dem Schwiegersöhne des Exils-fürsten, und dieser, ebenso stolz als R. Inda heftig war, sandte diesemeine Vorladung zu, sich bei ihm zur Rechtfertigung eiiiznstellen. DasOberhaupt von Pnmbadita war nicht wenig erstaunt, dem jüngerenminder bedeutenden R. Nachman Rechenschaft über seine Handlungengeben zu müssen. Aber R. Huna, den er zu Rathe gezogen, stimmteihn zur Nachgiebigkeit ans Rücksicht ans den Exilarchen. Am an-beraumten Tage erschien er bei Nachman, Bitterkeit im Herzen; dieHeftigkeit des Einen und der Stolz des Andern stießen aneinander.An jedem Worte, das R. Nachman an ihn richtete, nahm er Anstoß,besonders weil jener eine gehobene Sprache in regelrechten Wendungenführte, die R. Juda als Affectation und Hochmuth tadelte. Endlichfragt ihn R. Nachman ironisch: was er denn eigentlich bei ihm wolle,da er an ihm so viel anszusetzen habe. Näher auf die Sache ein-gehend, fuhr er fort:Ich habe mir deswegen erlaubt, dich vor-zuladen, damit die Welt nicht sage, die Gesetzeslehrer seien parteiischfür einander". Als R. Inda seine Rechtfertigungsgründe geltendmachte, entgegnete der Kläger:Mich stempelt man zum Abkömmlingvon Sklaven, mich, der ich von den Hasmonäern abstamme!" Daswar Zündstoff für R. Juda:Ta haben wir's," erwiderte er heftig,Samuel hat uns überliefert, wer sich rühmt, von Hasmonäern abzu-stammen, der ist als Abkömmling von Herodes zu betrachten, der einSklave des hasmonäischen Hauses war; denn die letzte reine Has-monäerin war jene junge Frau (Mariamne), die vor ihrem Tode lautalle angeblichen Abkömmlinge der Hasmonäer fortan gebrandmarkthabe". So gewichtig schien R. Juda's Ausspruch, gestützt ans Samuel'sAutorität und auch von anderer Seite bezeugt, daß auch R. Nachmansich genöthigt sah, die unechte Abstammung dieses vorgeblichen Has-monäers öffentlich bekannt zu machen. Mehrere adelige Familie»,die mit seinem Hause verschwägert waren, lösten in Folge dessen dieEhen auf. Diese Blosstellnng betraf aber mehrere nahardeanische