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Geschichte der Juden.
R. Huna hiuterließ seinen Ruhm und seine Tugenden seinemSohne Rabba und starb, über achtzig Jahre alt, eines plötzlichenTodes (2971). Seinen Ueberresten erwiesen Freunde und Schülerdie höchsten Ehren. Die Gedächtnißrede eröffnete man mit denWorten: „R. Huna war würdig, daß der heilige Geist ans ihmruhe." Seine Leiche führte man, wahrscheinlich seinem letzten Willengemäß, nach Judäa, wo die angesehensten Männer, wie R. Aßiund R. Ami, ihr entgegen gingen, und sie in die BegräbnißgrotteR. Chija's beisetzen ließen, weil beide Babylonier waren. An R.Chija's Grab hatte die dankbare Nachwelt schon so viel Wunder undScheu geknüpft, daß Niemand sich in dessen Grabesgrotte mit R.Huna's Leiche hineinwagen mochte. R. Chagga'i, ein achtzigjährigerGreis, übernahm das Wagestück, ließ sich aber ein Seil an die Füßebinden, um aus der Grotte herausgezogen zu werden ^). Was frühereine Seltenheit war, in der heiligen Erde Jndäa's begraben zu sein,das wurde allmälig eine fromme Sitte. Man legte dieser Erdesühnende Kraft bei und erwartete von da aus zuversichtlich die Auf-erstehung und das Messiasreich. Die im unheiligen Auslände Ver-storbenen würden sich in leichter, lockerer Erde bis nach dem heiligenLande wälzen und dort erst ihre Wiederbeseeluug empfangen. Judäa,das täglich an Bevölkerung und lebendiger Kraft abnah,n, wurdeimmer mehr von Leichen bevölkert. Das heilige Land, früher einweiter Tempel, der zu großen Gedanken und Thaten begeisterte, wor-ein heiliges Grab, das nur noch den Tod zu weihen vermochte. Vonder Fülle ehemaliger Heiligthümer war nur noch der Staub Gegen-stand der Verehrung. Der ganze mittlere Strich von Judäa, dasKönigsgebirge, war so ausschließlich von Heiden bewohnt, daß manihn frei von Priesterabgaben erklären wollte. Einige behaupteten,daß zu dieser Zeit in Judäa überhaupt mehr Heiden als Judenwohnten 3).
Das ergänzende Gegenstück zu R. Huna war sein jüngerer GenosseR. Juda b. Jecheskeel (geb. 220, gest. 299). Obwohl ZuhörerRab's, hatte er sich doch mehr an Samuel gehalten, dessen Eigenthüm-lichkeit er fortbildete. R. Inda war überhaupt ein scharf ausgeprägterCharakter von hoher Begabung, aber auch von so vielen Ecken undKauten, daß er an Persönlichkeiten und Verhältnisse derb anstieß.Sprößling einer uralten jüdischen Familie, die vielleicht ihren Stamm-baum bis auf biblische Familien zurückzuführen vermochte, war er im
*) Nosü Latau 28. a. Note 1.
2) Das. 25. a. ilsrns. Lilaim IX. x. 83. b. Mclraseb zu Hobelst V. 7.
2) Ü6I-U8. vsma'i II. I., V. x 24. ä.