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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Pentekaka.

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dieses Verhältnis den Vers an-Es ist besser die Strenge der

Weisen, cils das Lied der Thoren zu hören" *). R. Abbahu's

milde, durch und durch edle Anschauungsweise lernt man an einem

andern charakteristischen Znge kennen, welcher nicht minder ein kleinesSpiegelbild der Zeitsitten bietet. Einst traf in Judäa die nicht unge-wöhnliche Erscheinung des Regenmangels und der Dürre ein. Dannpflegte der Würdigste die vorgeschriebenen Gebete um Regen vorzn-tragen. Man empfahl R. Abbahu zum würdigsten Vorbeter einenganz berüchtigten Menschen, den der Volkswitz dieFttnssünde"

(nxi-r^x-i-xa) nannte. Als R. Abbahn denselben rufen ließ, und ihnnach seiner Beschäftigung fragte, gestand dieser seinen ehrlosen Erwerbein.Ich bin," sprach er,ein Unterhändler mit Dirnen; ich putzedas Schanspielgebäude, trage die Gewänder in die Bäder, belustigedie Badenden durch Späße und spiele die Flöte." Hast du nie indeinem Leben etwas Gutes gethan? fragte ihn R. Abbahu weiter.Einst," erzählte Pentekaka,als ich das Theater säuberte, sah icheine weinende Frau an eine Säule gelehnt. Auf meine Frage nachdem Grunde ihrer Traurigkeit theilte sie mir mit, ihr Mann seigefangen, und es bliebe ihr nichts anderes übrig, um ihn losznkaufen,als ihre Ehre Preiszngeben.Als ich das hörte," fuhr Pentekaka fort,verkaufte ich mein Bett, meine Bettdecke, Alles, was ich besaß, gabder Frau den Erlös und sagte zu ihr: geh', befreie damit deinenMann ohne Sündensold." Bei diesen Worten konnte sich R. Abbahunicht enthalten, Pentekaka, diesem Gemisch von erhabener Tugend undehrloser Gemeinheit, znzurufen:Du allein bist würdig, für uns inder Noth zu beten" ^).

Das Theater theilte damals die allgemeine Gesunkenheit der Zeitund war keineswegs eine Pflanzstätte der Bildung und des feinenGeschmackes; Possenreißer belustigten die Menge, und das Jndenthummußte oft zu ihren plumpen Späßen herhalten. R. Abbahn, welchermit den Vorgängen außerhalb des jüdischen Kreises bekannt war,beklagte sich über die wegwerfende Art, mit welcher die jüdischenInstitutionen dem Gespötte preisgegeben wurden, und erzählte unterAndern:Man führt ein Kameel mit einer Trauerdecke auf dasTheater: darauf entspinnt sich ein Dialog:Warum trauert dasKameel? Weil die Inden, das Sabbatjahr streng beobachtend, nichteinmal Kräuter genießen, sondern sich mit Disteln nähren, darumtrauert das Kameel, weil ihm die Nahrung weggeschnappt wird.""Der Momus (Possenreißer) tritt mit geschorenem Haupte ans.Warum

st Liürased zu Lollslst 7. 5.st üsrns. laanit I. x. 64 b.