Patriarchenstener.
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die Samaritaner die der Venus geweihte Taube an, soll nach Einigender Umstand bestätigt haben, daß dieselben sich dem diocletianischenOpferzwang gefügt und sich dadurch als Götzendiener bewährt haben.Andere stellen das Vergehen der Chutäer milder dar: einst war amFreitag kein Wein in ganz Samaria aufzutreiben, und dennoch fandman dort beim Ausgange des Sabbat Wein in Hülle und Fülle,woraus sich ergeben habe, daß die Samaritaner heidnischen Wein amSabbat angekauft hätten'). Diese Trennung schwächte Beide. DasChristenthum, klüger und thätiger als seine Mutter, das Jndenthum,gebildeter und geschmeidiger als seine Schwester, das Samaritanerthum,erlangte bald nach dieser Absonderung die Weltherrschaft und ließ beidein gleichem Grade seine Uebermacht empfinden. Golgatha, auf die Höhedes Capitols gehoben, drückte mit verdoppelter Wucht auf Zion undGarizim zugleich.
Unter dem Patriarchat R. Gamaliet's IV. oder R. Jnda's II.(um 280—300) trat eine neue Erscheinung auf, welche einerseits vonder Noth in Palästina und andrerseits von der Anhänglichkeit derJuden an dem letzten Rest der alten Herrlichkeit, an das davidischePatriarchenhaus, zeugt. Es war von jeher Brauch, Beschlüsse desSynhedrin und namentlich die Zeit der Feste den entfernten Ge-meinden durch eigene Sendboten (Solialiaod 2iou, ^postoli") kund zugeben. Es wurden in der Regel würdige Männer und Synhedristenzu diesem Ehrenamte erwählt, weil sie doch die höchste Behörde zuvertreten und auch Auslegung und Anwendung der Beschlüsse zugeben hatten. Als die Zahl der Inden im heiligen Lande sich durchdie Aufstände und Kriege verminderte, der größte Theil desselben inHänden von Heiden war und die Abgabenlast Armuth erzeugte, konntendie Patriarchen ihre Würde nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreitenund mußten sich an die auswärtigen reichen Gemeinden wenden, siedurch Beiträge zu unterstützen. Anfangs war diese Leistung vielleichteine freiwillige Hnldignngsstener (aurnm ooronarium), welche die Ge-meinden bei dem Antritt eines Patriarchen, als Fürsten der Juden,zusandten. In dieser Zeit aber waren R. Gamaliel oder R. Juda III.darauf angewiesen, Sendboten zu schicken, um eine regelmäßige Steuer(canon, P6N8IO, aTioo-rolH) erheben zu lassen. Ein solcher Sendbotewar R. Chija bar Abba, welchen der Patriarch R. Inda mit einereigenen Vollmacht ins Ausland schickte und autorisirte: „Wir schickeneuch einen ausgezeichneten Mann, der gleich uns gilt, bis er zu uns
') cksrno. das.
2) S. Note 21.