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Geschichte der Juden.
(um 297 — 98). Höchst bezeichnend für die damaligen Zustände desrömischen Reiches, wo der erste beste zum Kaiserthron gelangte:pannonische Bauern wie Probus, Claudius und Aurelian, ein dal-matischer Hirt wie Diocletian, ist ein Zug, den dieselbe Erzählungwarnend hinzufügt: „Darum sollst du weder einen geringen Römernoch einen niedrigen Gueber verächtlich behandeln, denn sie könnenplötzlich zur Herrschaft gelangen." Auf dieses leichte Glückmachen derRömer wendete man den Vers von Esau, dem Urbilds Rom's an:„Ein Jeder ist des Purpurs gewärtig" ^).
Wegen des Gewissenszwanges, den Diocletian Samaritanernwie Christen aufgelegt hatte, den Göttern zu opfern, wurden die ersterenvollständig und für immer aus der jüdischen Gemeinschaft ausge-schlossen. Ein eigenes Verhängniß waltete über die zwei verwandtenNachbarstämme, daß sie sich nicht auf die Dauer vertrage» konnten,ja daß sie durch unbedeutende Anlässe gerade dann sich schroffer ent-zweiten, wenn eine gegenseitige Annäherung leickck schien. Nach derZerstörung des Tempels war das gegenseitige Verhältniß leidlich: manräumte den Samaritanern ein, daß sie in mancher Beziehung strengeJuden waren. Die hadrianischen Kriege brachten Juden und Sama-ritaner noch näher, und das freundliche Verhältniß hatte so tiefeWurzel geschlagen, daß R. Meir's Beschluß, die Samaritaner alsHeiden zu betrachten, nicht durchdringen konnte; der tägliche Umgangund der Geschäftsverkehr hatten sie zu sehr aneinander gewöhnt.Selbst N. Jochanan hatte kein Bedenken, Fleisch von den Samaritanernzu genießen"). Seine Nachfolger waren indeß strenger und setztendie Absonderung der Samaritaner durch. Die Veranlassung zu dieserScheidung wird folgendermaßen erzählt. Als R. Abbahu sich einstWein aus Samaria bestellt hatte, ließ ihm ein Greis bedeuten, esgäbe in Samaria nicht mehr strenge Beobachter des Gesetzes. DiesenWink theilte R. Abbahu seinen Freunden R. Ami und R. Aßi mit,welche den Gegenstand an Ort und Stelle untersuchten und den Be-schluß faßten, die Samaritaner unwiderruflich und in jeder Hinsicht fürHeiden zu erklären^). Es war dieses vielleicht der letzte Beschlußdes Synhedrin. Des Naßi wird bei diesem Beschlüsse nicht erwähntein Beweis mehr, wie wenig Autorität derselbe genossen hat, und wiesehr das Patriarchat gesunken war. Ueber die tiefer liegenden Ursachen,welche eine solche Strenge gegen die Samaritaner nothwendig gemacht,lauten die Nachrichten verschieden. Den alten Verdacht, als beteten
ckerus. lbsrumoi IX. Ende Osussis liabba e. 63.
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