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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Idioten, dem das Erlaubte verboten werden müsse, um dem Unter-scheidungsnnfähigen keine Veranlassung zu geben, das Verbotene zuübertreten. Ebenso mußte sich sein Sohn R. Inda von den Amoräernbelehren lassen *). Außerordentliche Fälle, die ehrenhalber von Baby-lonien dem Patriarchen zur Entscheidung vorgelegt wurden, mußte erR. Ami überweisen. Die Funktion des Zeugenverhöres über dasSichtbarwerden des Neumondes sank unter diesem R. Juda zumbloßen Schein und zur Formalität herab. Als R. Ami damit Ernstmachen wollte, theilte ihm der Patriarch mit: er habe von R. Jochananöfter vernommen, man dürfe Zeugen einschüchtern, Zeugniß abznlegen,den Neumond wahrgenommen zu haben, wenn dem auch nicht so wäre,sobald laut astronomischer Berechnung der nennnndzwanzigste Tagzum Anfang des neuen Monats genommen werden müsse ^). So hatdie Feiertagsordnung allmälig das Schleppende des Zeugenverhöresso sehr entbehrlich gemacht, daß R. Juda's Nachfolger diese Funktiondes Patriarchats ganz beseitigen konnte. Wichtiger schien R. Judadie innere Ordnung des Gemeinde- und Schulwesens, dem er dieganze Aufmerksamkeit zugewendet hat. Er trug den drei bedeutendstenAmoräern, R. Ami, R. Aßi und R. Chija auf, eine Rundreise in denStädten Judäa's zu machen, um die Religions- und Bildungsinstitutein Augenschein zu nehmen, und sie da wieder herzustellen, wo sie inVerfall gerathen wären. In einem Orte fanden die Sendboten wederVolks- noch Jngendlchrer, und forderten die Vorsteher auf, ihnen dieHüter der Stadt vorzuführen. Als ihnen die bewaffnete Stadtwachevorgestellt wurde, bedeuteten die Sendboten des Naßi:Diese da sindkeineswegs die Hüter der Stadt, sondern ihre Zerstörer; die wahrenHüter sind die Volks- und Jugendlehrer; wenn Gott nicht das Hausschützt, so wacht der Wächter umsonst"^).

Das Patriarchat R. Juda's III. fällt in die RegierungszeitDiocletian's und seiner Mitkaiser, welche mit starken Armen undaufrichtiger Hingebung dem Verfall des römischen Reiches auf einigeZeit steuerten. Diocletian war den Juden nicht abgeneigt, vielleichtum so geneigter, je mehr er die Christen haßte und verfolgte, weiler sie wegen ihres beharrlichen Kampfes gegen die römische Staats-religion und ihres Bekehrungseifers für die einzige Ursache der Auf-lösung des Reiches hielt. Die strengen Edikte, die Christen zumGötzencultus zu zwingen, ihre Kirchen und gottesdienstliche Ver-sammlungen zu schließen, welche dieser sonst staatskluge Kaiser in den

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