sieüenLelmtcs Kapitel.
Zweites Amoräer-Geschlecht. Patriarchat R. Gamaliel's IV. und R. Juda's III.Palästinensische Amoräer: N. Eleaser b. Padat, R. Ami, R. Aßi; die Brü-der R. Chija und R. Simon b. Abba in Liberias, R. Abbahu in Cäsarea.Kaiser Diocletian. Vollständige Absonderung von den Samaritanern. Po-lemik gegen das Christenthum. Allmäliges Sinken der judäischen Lehrhäuser.
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Die Zeit, welche in der Entwickelung der Weltgeschichte einen -epochemachenden Wendepunkt bildet, in welcher das Christenthnm sichanschickte, aus einer verfolgten Gemeinde eine herrschende Kirche zuwerden, bildet auch in der jüdischen Geschichte eine Uebergangsepoche.Im zweiten Amoräer-Geschlechts beginnt der Einfluß des judäischenStammlandes allmälig zu sinken. Babylonien zieht das Interesse ansich, Judäa verfällt in den Charakter einer heiligen Antike, welchewohl glänzende Erinnerungen weckte, aber keine denkwürdige Thatenmehr erzeugte. Zwar ist der Lehrerkreis dieses Geschlechtes, die Nach-folger R. Chanina's, R. Jochanan's und Ben-Lakisch's nicht klein; nochziehen babylonische Jünglinge, von heiliger Sehnsucht ergriffen, dieLehrhäuser im Stammlande denen in der Heimath vor. Aber unterden Häuptern der Schule sind nur Wenige von hervorragender Be-deutsamkeit, und die bedeutendsten: R. Ami, R. Aßi, R. Chija b.Abba und R. Seira waren Babylonier von Geburt. Der einzigeR. Abbahu, eine Originalpersönlichkeit, war ein Jndäer, aber in derHalacha ohne Autorität. Die Ueberlegenheit Babyloniens war so sehranerkannt, daß sich die judäischen Koryphäen R. Ami und Aßi vonselbst dem Nachfolger Rab's untergeordnet Habens. Die babylonischenNeulinge in der Gesetzeskunde hatten ihre Meister übertroffen; Suraund Pumbadita liefen Sepphoris und Tiberias den Rang ab. Selbstdie Patriarchen dieser Zeit, R. Gamaliel IV. und R. Inda III.,waren in der Gesetzeskunde durchaus unbedeutend. Als R. Gamalielan R. Abbahu eine Anfrage richtete, behandelte ihn derselbe wie einem
*) Llstz'illa. 21. a.