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Geschichte der Juden.
noch jetzt von feinem Kunstgeschmack zeugen, war ein Sammelplatzorigineller Geister, mit denen die Königin philosophische Unterhaltungenpflog. An ihrem Hofe lebte der feine, philosophische KunstkennerLonginus, der in seinem ästhetischen Werke über das Erhabene denhochpoetischen Gehalt der biblischen Schöpfungsgeschichte „es werdeLicht" nicht genug bewundern konnte *). Der verketzerte Paulus vonSamosata, Bischof von Antiochien, fand an ihrem Hofe Schutz, alser wegen seiner vernünftigeren Ansicht von der Orthodoxie verfolgtwurde. Paulus neigte sich nämlich in der Auffassung des Christen-thums mehr der jüdischen Einheitslehre zu, erkannte Jesus nur alsMessias und nicht als Vollgott an und soll sogar die Beschneidungals nothwendig zur Seligkeit empfohlen haben. Seine Feinde nanntenihn deswegen einen judaisirenden Ketzer, welcher seine Bischofswürdeschände. Zenobia, seine Beschützerin, scheint auch für die Grund-wahrheit des Jndenthnms eingenommen gewesen zu sein. Dennochwaren die Juden dem Palmyrenischen Hofe nicht sehr geneigt.R. Jochanan, obwohl nicht blind für die Schönheit des Griechischen,äußerte sich höchst ungünstig über den Palmyrenischen Staat: „Heildem, der den Fall Tadmor's erleben wird." Die Spätern konntensich diese Abneigung nicht mehr erklären. Einige suchten den Grundin den Mischehen zwischen Inden und Heiden, welche, vielleicht durchdie gemischte Abstammung der Kaiserin Zenobia, bei den Tadmorenernbeliebt waren; Andere glaubten, der Haß gegen die Palmyrener gelteihrer Theilnahme an der Zerstörung des Tempels. Doch war ohneZweifel der erste Grund für die Antipathie der richtige, denn dieHalacha schwankte eine lange Zeit, ob man palmyrenische Proselytenanfnehmen dürfe. Ein Schüler Samuel's, R. Inda, der am meistenfür fleckenlose Eheverbindungen eiferte, sprach sich auch am gehässigstengegen Tadmor aus: „Israel müsse einen neuen Festtag einführen, wennTadmor zerstört wird." Gegen die Flüchtlinge der Tadmorener, welchesich in den babylonischen Landstrichen Mcsene und Harpania nieder-gelassen haben, herrschte dieselbe Abneigung. Ein jüdisches Sprüch-wort, welches auf eine tief eingewurzelte Eingenommenheit schließenläßt, lautete: „Es wälzt sich das unlautere Gemisch zur Hölle, von danach Tadmor, von da nach Mesene und Harpania"-).
Es unterliegt keinem Zweifel, daß viele Juden die Waffen gegenZenobia geführt haben, deren Herrschaft sich auch über Judäa erstreckthaben muß. Von einem Seira bar Chinena wird erzählt, er seiin einer Stadt Safsifa ergriffen und vor Zenobia zur Vernrtheilung
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