Odcnath.
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R. Jochanan's, welcher als die Gewissenhaftigkeit selbst geschildertwird, scheute sich nicht, obwohl von ahronidischem Geschlechte, die ältesteheimzuführen. Aber das Unglück, das sich diesem Frommen an dieFerse heftete, verfolgte ihn auch im Eheleben, der Tod entriß sie ihmund auch ihre Schwester, die er nach dem Ableben der ersten geheirathet.Die fromme Sage, welche nicht begreifen konnte, wie das göttliche Verhäng-niß so hart die Töchter des hochverehrten Samuel und den sündenlosenSimon b. Abba treffen konnte, schrieb dieses Unglück der Versündigungzu, welche Samuel gleich R. Chananja, Neffe R. Josna's*), überBabylonien angeregt hatte. Dieser hatte einst Neumonde und Feier-tage auf unheiligem Boden einzurichten sich angemaßt, und Samuelschien ihm mit seiner Kalenderberechnnng nachahmen zu wollen^).
Odenath, der Zerstörer Nahardea's, wurde allmälig in der OasePalmyra oder Tadmor, die der König Salomon in eine Stadtverwandelt hatte, beinahe römischer Kaiser. So zerfallen und geschwächtwar das römische Reich, daß dieser bis dahin unbeachtete Mann denpersischen Eroberungen auf römischem Gebiete einen Damm entgegen-setzen mußte; später verwandelte er die Vertheidignng in Angriff undzwang den siegreichen Schabnr, seine Hauptstadt Ctesiphon flüchtig zuverlassen. Sechs Jahre war Odenath eine Schutzwehr des römischenReiches am Euphrat und befreite vom panischen Schrecken die ver-zagten Römer, welche schon die Perser an die Thore Rom's klopfenzu hören glaubten. Nicht lange genoß Odenath diese hohe Würde, erwurde von Mäonius, einem neidischen Verwandten, ermordet (267),der sich znm Kaiser aufwarf. Dieser Mord soll auf Antrieb seinerFrau Zenobia erfolgt sein, welche über ihn erzürnt war, daß erseinen Sohn aus erster Ehe, Herod es, mit Uebergehnng ihrer Söhnezum Mitregenten ernannt hatte. Nach seinem Tode übernahm Zenobiadie Regierung für ihre unmündigen zwei Söhne. Durch sie war dieWüstenstadt Palmyra in einen Mittelpunkt des kaiserlichen Glanzes,der Bildung und des feinen Geschmackes verwandelt. Eine christlicheNachricht giebt die Kaiserin Zenobia für eine Jüdin ans; die jüdischenQuellen wissen nichts davon. Die römischen Nachrichten können nichtgenug Farben auftragen, die seltene Erscheinung Zenobia's zu schildern.Sie wird als ein Muster der Liebenswürdigkeit, der hohen Bildungund jenes männlichen Mnthes und angeborener Tapferkeit geschildert,mit der sie die Nachbarländer in Unterthänigkeitsverhältniß an ihrenThron zu knüpfen und dem römischen Reiche lange Trotz zu bietenvermochte. Der Palast dieser zweiten Semiramis, dessen Trümmer
*) Oben S. 186:
2) Lstubot 23. a. s. Note 28.
Graetz, Geschichte der Juden. IV.
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