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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Zenobia.

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geführt worden; sein Vergehen scheint politischer Natur gewesen znsein. Zwei Jünger R. Jochanan's, R. Ami und R. Samuel,begaben sich zur Kaiserin, um sich für dessen Befreiung zu verwenden,wurden aber von derselben sehr ungnädig empfangen.Glaubt ihrdenn," sprach sie,weil Gott für euer Volk so viel Wunder gethan,daß ihr im Vertrauen auf ihn Alles wagen dürfet?" Während dieserUnterredung trat ein Saracene mit einem blutigen Schwert in derHand vor Zenobia und brachte die Meldung:Mit diesem Schwertehat Bar-Nazor seinen Bruder getödtet" (oder wurde getödtet). Durchdiesen Zwischenfall schenkte Zenobia dem angeklagten Seira das Leben:der Zusammenhang ist jedoch nicht klar. Ein Jünger R. Jochanan's,Assi, wurde ebenfalls in demselben Orte Safsifa gefangen und abgc-sührt. R. Jonathan gab ihn ans und sagte sprüchwörtlich:Laßt denTodten in sein Leichentuch hüllen!" Nicht so leicht beruhigte sich dabeider leibeskräftige und muthige Ben-Lakisch:Ehe ich den Tod desselbenzugebe, lasse ich mich selbst tödten," sprach er,ich rette ihn mit Gewalt."Es gelang ihm indeß, die Feinde durch gütliche Ueberredung zu bewegen,den Gefangenen frei zu geben. Noch ein drittes Ereigniß, von der-selben Quelle erzählt, scheint ebenfalls in Zenobia's Regierungszeit znfallen. Ein sonst unbekannter Ulla b. Koscheb, wegen eines poli-tischen Vergehens verfolgt, hatte sich nach Südjudäa geflüchtet und beiR. Josua b. Levi in Lydda Schutz gefunden. So viel muß aber andiesem Ulla gelegen haben, daß eine Truppe Soldaten Lydda um-zingelten und die Stadt zu zerstören drohten, wenn der Verfolgteihnen nicht ausgeliefert würde. R. Josua b. Levi, in der traurigenAlternative, das Leben eines Menschen oder das einer ganzen Gemeindezu gefährden, bewog den Angeklagten, sich selbst auszuliefern. Erberief sich hierbei auf ein mischnaitisches Gesetz, welches gestattet, einenausdrücklich bezeichnten Angeklagten, den die politische Macht fordert,preiszugeben, wenn das Leben Vieler auf dem Spiele steht. Dochfand sich das jüdische Gewissen bei der, gewissermaßen mitverschuldetenBetheiligung am Tode eines Menschen nicht beruhigt. Der ProphetElias, das Ideal des lautern Eifers für das Judenthum, erschienR. Josua b. Levi und machte ihm Gewissenspein, daß er sich zurUeberantwortung hergegeben habe, er hätte sich nicht ans jene bloßvorschriftsmäßige Mischna verlassen, sondernder Mischna der Frommen"eingedenk sein sollen, welche den Blick über den Gesichtskreis pflicht-mäßiger Vorschrift erweitert und erhebt ^). Außer diesen spärlichenNachrichten ist von der Berührung der Inden mit dem vergänglichen

fl cksrus. Isrnmot VIII. Ende. Osnssis Labba (!. 71.

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