Odenath.
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minder Folgen und Rückwirkungen. Alexander Sever's Tod (235)war ein Signal für die hydraköpfige Anarchie, sich mit all' ihremSchrecken auf Rom und die römischen Provinzen zu stürzen. Inkaum einem halben Jahrhundert (235 — 284) herrschten beinahe zwanzigKaiser und nebenher eben so viel Usurpatoren, die für den Kitzel, denKaisermantel, wenn auch nur einen Tag zu tragen und Hinrichtungenin Masse dekretiren zu können, ihr Leben einsetzten. Von fast allenVölkern, die Rom einst unterjocht hatte, warfen sich Kaiser auf, dasitalienische Babel zu knechten; die Zeit der Wiedcrvergeltnng wargekommen. Es waren Raubvögel, welche sich den in Fäulniß über-gehenden Staatskörper streitig machten. Noch zu Samuels Zeit (248)feierte der meuchelmörderische Kaiser Philipp, ein Araber von Geburtund ein Räuber von Hause aus, der die Christen begünstigte, dentausendjährigen Bestand Roms; aber Rom war überall, an allenStationsplätzen der Legionen, nur in der Stadt selbst nicht, dessenSenat die ihm von Legionenkaisern widerfahrene Demüthignng mitlächelnder Miene und knechtischer Unterthänigkeit cntgegennehmen unddurch Senatusconsnlte sanctioniren mußte. Die Parther von einerSeite, Gothen und Alemannen von anderer Seite drangen in dasrömische Reich ein, als wollten sie die sibyllischen Androhungen desStrafgerichtes Vollstrecken.
Rom erlebte noch die Schmach, seinen Kaiser Valerianus, derausgerückt war, Schabur's Eroberungen diesem wieder zu entreißen,als Gefangenen in die Hände seines Feindes gerathen, und die ganzeDemüthignng der Knechtschaft von dem übermüthigen Sieger erduldenzu sehen. Die Gefangenschaft des Kaisers Valerian und die Schwächeseines nachfolgenden Sohnes Gallienus lösten alle Bande der römischenAutorität und Disciplin ans, und die römische Geschichte glich zehnJahre nach einander den Gladiatorenkämpfen auf einer weiten Arena.An allen Ecken nnd Enden des römischen Reiches traten Anmaßerans. Die morgenländischen Provinzen in der Nähe des mächtigenPerserreiches sahen die Verwirrung und Auflösung in noch höheremGrade. Ein reicher nnd kühner Palmyrener, Namens Odenath,Nachkomme eines Nasor (Nazor), der eine Schaar räuberischer undwilder Saracenen um sich gesammelt hatte, machte mit seinen Bandenzur Zeit, als der Name Rom nnd dessen Präfekten-Satrapen ihrenSchrecken verloren hatten, von seinem Wohnsitze Palmyra ans häufigeStreifzüge, einerseits nach Syrien und Palästina nnd andererseits indie Enphratgegend, raubend und verheerend. Wegen seiner Dienste,die er dem Kaiser geleistet hatte, wurde er ein Erbfürst mit demTitel „Consul und Heerführer des Orients"; er selbst nannte sich