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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Mit sichtbarer Parteinahme für die besiegten Parther entwarf Levieine Schilderung von ihnen und den siegenden Nenperseru:Die erstengleichen den Heeren des Königs David, die letzteren hingegen ähneln denHöllenteufeln" ^). Als Rabba bar Chana einst krank war und einen Besuchvon einem Freunde hatte, drangen die Feuerpriester Plötzlich in seinZimmer und löschten die Nachtlampe aus. Da entfuhren ihm imUnmuthe die Worte:Allmächtiger, wenn du uns nicht in deinenSchutz nimmst, so überlasse uns mindestens dem Schutze der Römer" 2 ).Aber nach und nach milderte sich der Fanatismus der Neuperser, unddie Juden befreundeten sich so sehr mit ihnen, daß sie ihretwegen vonder gesetzlichen Strenge nachlicßen, und sogar hin und wieder an derenGastmählern Theil nahmen °). Die Gesetzeslehrer gestatteten, denMagiern an dem Lichtfeste die verlangten Kohlen zu verabreichen undbetrachteten es nicht, wie die Halacha es in ähnlichen Fällen beurtheilthaben würde, als eine Förderung des Götzendienstes, dessentwegenman das Märtyrerthnm nicht scheuen dürfte^). Die ältere Mischnaverbietet, drei Tage vor den heidnischen Festen jeden Umgang,jeden geschäftlichen Verkehr mit Heiden zu haben, Samuelbeschränkte dieses Verbot für Babylonien einzig und allein auf denFeiertag selbst. Selbst der strengere Rab erlaubte auf Verlangender Magier, am Sabbat die Lampen vom Feste der Hasmonäer vonder freien Gasse ins Haus zu bringen, um der herrschenden Priester-klasse keinen Anstoß zu geben °). Diese gegenseitige Duldung trat ohneZweifel erst unter der Regierung des milden Schabur I. (238269°)ein, welcher, wie bereits erzählt, mit Samuel befreundet war. Dieserhochherzige König, versicherte Samuel, habe während der vielen Kriege,welche er'gegen die Römer in den Ländern von zahlreicher jüdischerBevölkerung geführt, niemals jüdisches Blut vergossen, mit Ausnahmevon 12.000 cappadocischen Juden, weil sie ihm einen feindseligen-Widerstand geleistet hatten^).

Von den durchgreifenden Veränderungen, welche in derselben Zeitim römischen Reiche vorgingen, empfand die jüdische Geschichte nicht

Liäuoelün 72. a.

2 ) Oittiir 17. a. °) LMlisclriu das.

^) ilsdamob das. 45 . g,.

°) Ich folge in der Chronologie der Sassaniden-Könige den AngabenMordtmanns in der Zeitschrift der deutsch-morgenländischen Gesellschaft 1854:Erklärung der Münzen mit Pehlwi-Legenden.

(Nach Nöldeke: lllabarl p. 412 ff. reg.. Laxur 241 272, welchem Graetzin der Volksausgabe folgt.j

H illoeä Latan 26. a.