ZcckselmtcL Kapitel.
Tiefgreifende politische Veränderungen während des ersten Amora-Geschlechts.Sieg der Neuperser, Cheberin (Gueber), über die Parther. Fanatismusdes Sassaniden Ardaschir. Stellung der Juden unter der neuen Dynastie.Anarchie in Rom. Die Kaiserin Zenobia und die Juden. Zerstörung Na-hardea's durch Papa bar Nazar.
(226 — 273 .)
In Europa und Asien, im römischen und parthischen Reichetraten im dritten Jahrhundert zu gleicher Zeit folgenschwere politischeKatastrophen ein, welche der Geschichte eine andere Physiognomiegegeben, die Zustände dieser zwei geschichtlichen Erdtheile mit ihrenAnhängseln verändert haben, und die jüdische Geschichte konnte vondiesen Vorgängen nicht unberührt bleiben. Während der Regierungdes edlen Alexander Severns wurde die vierhundertjährige Dynastieder Parther, der Abkömmlinge von Arsaces, gestürzt; ein neuer kräftigerKönigsstamm entriß ihr das Scepter und erzeugte durch diesen Thron-wechsel innere und äußere Umwälzungen. Ardaschir (oder Artachschster,wie er in der eigenen Sprache hießt, ein Sprößling aus altpersischem(arischem) Geschlechte, war der Urheber dieser Veränderung. Vereintmit den uationalgebliebenen Persern, welche die Mischlingsdynastieder Arsaciden wegen ihrer halbgriechischen Abkunft, ihrer Hinneigungzu griechischer Religiousanschauung, ihrer Verachtung der nationalenZendreligion und endlich ihrer Ohnmacht gegen die immer weitergehende Eroberung des Römerreichs haßten, verschwor sich Ardaschirgegen den letzten Arsaciden Artaban, den Verehrer Rab's, schlugihn in einem entscheidenden Treffen und gründete das neupersischeKönigsgeschlecht der Sassaniden. Der herrschend gewordene Volks-stamm führte in der Geschichte den Namen Neuperser, in den jüdischenQuellen Chebrin (Odedre), von welchem ein verkümmerter Rest nochjetzt Gueber heißt. Die Folgen dieser Staatsumwälzung machtensich nach der religiösen Seite nicht minder fühlbar, als nach der poli-tischen. An der Stelle der Gleichgültigkeit gegen den uralten Feuer-