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Geschichte der Juden.
von den persischen Weisen. Mit seinem Freunde Ablaat Pflegte erdie Sternenkunde, jene erhabene Wissenschaft, welche den Stanbgeborenender Gottheit näher bringt, und dem staunenden menschlichen Blicke diegöttliche Größe durch die Unzählbarkeit rollender, glänzender Weltenoffenbart. Die Tiefebene zwischen Euphrat und Tigris, deren weitausgedehnter Horizont von keinem Hügel beengt ist, war die Wiegeder Sternkunde, die aber auch in dieser Region zur Afterwissenschaftder astrologischen Sterndeuterei entartete, welche die kurze Spanne desmenschlichen Lebens an den ewigen Lauf der Sterne knüpfte. Samuellegte ans seinem jüdischen Bewußtsein heraus kein Gewicht auf astro-logische Nativitätswahrsagerei Z und Pflegte nur die erhabene Seiteder Sternkunde. Er rühmte von sich: „Mir sind die Himmelsbahnenso bekannt, wie die Straßen Nahardeas." Nur die wilde Bewegungder Kometen wußte er nicht zu berechnen. Wie weit seine astrono-mischen Kenntnisse reichten, ob er mit seiner Zeit gleich oder ihr vorauswar, läßt sich nicht ermitteln. Mar-Samnel machte von dieser Wissen-schaft einen praktischen Gebrauch, er legte einen sichern Festkalenderan, damit die babylonischen Gemeinden nicht stets in Ungewißheit überden wahren Feiertag zu bleiben und von den NeumondbestimmungenJndäa's abhängig zu sein brauchten"). Wahrscheinlich nur aus Pietäts-rücksicht für das Patriarchenhans und um die Einheit des Judenthnmsnicht zu zerreißen, hat Samuel diesen Kalender nicht veröffentlicht,sondern ließ die Kalenderkunde, wie bisher, als eine geheime Wissen-schaft (Lock Im-Idbur) fortbestehen. Einige waren überhaupt ungehaltenüber ihn, daß er die kalendarische Berechnung in Anregung brachte.— Der Umfang von Samuels Arzneiknnde ist noch weniger bekannt:er rühmte sich, alle Krankheitsfälle bis auf drei heilen zu können.Die meisten Krankheiten schrieb er dem tödtlichen Einflüsse der Luftauf den menschlichen Organismus zu. Selbst der Tod ans demSchlachtfelde sei nach seiner Ansicht auf Rechnung der Luft zu setzen,deren Zutritt nicht schnell genug verhindert werden könne. EineAngensalbe, deren Erfinder Samuel war, war sehr gesucht; R. Janna'tließ sie sich durch Mar-Ukba aus Babylonien kommen^).
Zwischen Samuel und dem Gründer des suranischen Lehrhausesherrschte eine brüderliche Eintracht, obwohl die nahardeanischc Sidradurch Rab verdunkelt wurde. In seiner Bescheidenheit ordnete er sichfreiwillig Rab unter. Die angesehene Familie Sch ela hatte bei der
') Das. 156. b.
^ Rosoli da,- 8obruia.Ii 20. b. Oluiliu 85. t>. s. Note 21.
Laba blsriia 107. b., 113 b. 8s.bbat 108. b.