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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Rab.

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er einen Mann aus dem Volke beleidigt zu haben glaubte, begab ersich am Vorabend des Versöhnungstages zu demselben, um sich mitihm auszusöhuen*). Wenn ihm an den Tagen der Lehrvorträge einezahllose Menge ins Lehrhaus nachfolgte, Pflegte er sich, um sich selbstvor hochmüthigen Gedanken zu warnen, den Vers aus Job einzu-prägen:Wenn des Menschen Größe bis znm Himmel reicht, sovergeht sie eben so plötzlich." Ehe er sich in die Gerichtssitzung begab,sagte er:Freiwillig begebe ich mich in den Tod; meines HausesAngelegenheit besorge ich hier nicht, leer kehre ich von hier in meinHaus zurück; möchte ich bei meiner Heimkehr ebenso schuldlos dastehen,wie beim Hingehen" ^). Er hatte die Freude, einen halachakundigenSohn, Chija, zu besitzen und seine Tochter in. das Haus desExilarchen zu verheirathen; seine Enkel von der Tochter wurdenwürdige und gelehrte Fürsten^). Seinem zweiten Sohne Aibu, derkeine geistigen Anlagen hatte, empfahl er gewisse Lebensregeln, unterAndern: die Vorliebe für den Ackerbau:Lieber ein kleines Maaßvom Felde, als ein großes vom Söller (Waarenlager)" ^). Achtnnd-zwanzig Jahre bis ins Greisenalter wirkte Rab an der suranischenSidra (219247). Als er starb, begleiteten seine sämmtlichen Schülerseine Leiche zur Ruhestätte und legten Trauerzeichen an. Auf denVorschlag eines seiner Jünger hielt Babylonien ein ganzes JahrTrauer um ihn, man legte an Hochzeiten die üblichen Blumen- undMyrthenkränze ab. Sämmtliche babylonischen Juden, mit Ausnahmeeines Einzigen Bar-Kascha aus Pumbadita trauerten um denVerlust ihres großen Amora^).

Viel origineller und allseitiger war Rab's Freund, halachischerGegner und Mitarbeiter an der Hebung der babylonisch-jüdischen Be-völkerung, Samuel oder Mar-Samuel, auch Arioch und Jarchinaigenannt (geb. um 160, st. 257). Diese hochbegabte Persönlichkeitmacht in gewisser Beziehung Epoche in der jüdischen Lehre. Die Sage,welche seinem nüchternen Leben kein Moment zur Ausschmückungabgewinnen konnte, will ihn noch im Mntterleibe verherrlichen. Einewahrsagende Matrone habe seinem Vater Abba bar-Abba die Geburteines unvergleichlich weisen Sohnes vorher verkündet. Seine Mutterhabe, auf eine falsche Anklage wegen Ehebruches bezichtigt, Geißelhiebebekommen, und der ungeborene Samuel habe sich im Mutterleibezusammengekauert, um von den Streichen nicht getroffen zu werden

*) Daselbst. Das. L^ndsärlu 7. b. ch Oduliu 82. a.

ch llssaebim 113. a. 6) Zgi-^gdor 43. d. Labbat 110. a.

°) Hai Oaou in Nsspx. Kaouim nvich dlr. 18, auch Halaodot

Oocloior dirriu 61 .