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Geschichte der Juden.
zogen, ist nirgends angedentet; höchst wahrscheinlich herrschte dabei diealtasiatische Sitte, dem Herrscher Geschenke zu machen; erst in spätererZeit ist von förmlichen alljährlichen Einkünften die Rede, die sie vongewissen Gegenden und Städten bezogen haben. Oeffentlich genossensie eine Ehrenanszeichnnng, die nur den Herrschern ans DavidischemHanse eingeränmt war. Wenn sie nämlich aus der Thora einenAbschnitt vorlesen sollten, brachte man die Gesetzrolle ihnen zu, anstattdaß Andere sich zu ihr verfügen mußten'). Reich, wie sie von demErtrage ihrer ansgedehnten Ländereien waren, hatten sie auch einenreichen Sklavenstand und andere Dienerschaft; selbst freie Männerbegaben sich unter ihr Patronat und trugen als Zeichen ihrer Hörigkeitdas Wappen ihrer Herren an ihren Gewändern. Die Exilarchen warensehr empfindlich ans ihr Abzeichen und verziehen es selbst den vonihrem Hause unterhaltenen Gelehrten nicht, wenn sie dasselbe ablegtenoder auch nur versteckten"). Es war zn viel Macht in die Händeder Resch-Galuta gelegt, und diese Macht war zu wenig durch Gesetzeoder Herkommen geregelt oder beschränkt, als daß nicht Willkür undMißbrauch der Gewalt hätten Vorkommen sollen Oft wird überAnmaßungen, willkürliche Eingriffe, Gewaltthätigkeit mancher Exils-fürsten oder ihrer Diener geklagt; sie setzten Schnloberhäupter ab,ernannten andere manchmal unwürdige an ihrer Stelle^). WelcheMacht hat sich je in den Grenzen der Gerechtigkeit und Billigkeitgehalten? In der vorgeschichtlichen Zeit, das heißt ehe die Gesetzes-kunde nach Babylonien verpflanzt und dort heimisch wurde, scheint dieUnwissenheit der Exilsfürsten in der religiösen Praxis so groß ge-wesen zn sein, daß die Speisegesetze in ihrem Hause in der größtenHarmlosigkeit übertreten wurden Z. Doch kennt die Geschichte auchwürdige Persönlichkeiten in der Reihe derselben, die sich in spätererZeit mit der jüdischen Gesetzcsknnde auch die Tugenden des Juden-thums angeeignet haben und ein Ruhm ihres Volkes geworden sind.Die Exilsfürsten vereinigten oft mit der Politischen Macht die Autoritätder Gesetzeslehrer und glichen den palästinensischen Patriarchen. Wiemanche unter diesen nach politischer Gewalt strebten, um den Exilarchennicht nachznstchen, was aber nicht immer den Umständen abzugewinnen
') Bericht des Babyloniers Nathan das. Isrns. 8oba VII. p. 22. a.sDie Stellung des Nesch - Galuta wurde auch in Palästina als eine höhereals die des Patriarchen bezeichnet. S. Uorajob I I b., wo Rabbi nur R. Juda II.sein kann.)
2 ) 8abbat 58. a. Aosä. Laban 12. a.
2) Vergl. 8ueoa 81. a. Uaba Lama 59. a. Lrnbin II. b.
Z Uesaoläm 76. b.