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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Rab, Abba-Areka.

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war: so trachteten manche Resch-Galuta wiederum nach der Lehrwürde. Alle diese Umstände zusammen, die große Zahl der jüdischen Be-völkerung in Babylonien, ihre Unabhängigkeit und die concentrirteMacht des Exilarchats drücken der jüdischen Geschichte, so weit sie sichin diesem Kreise bewegt, einen eigenthümlichen Stempel auf; es ent-standen in diesem Lande neue Bedürfnisse, wie sie Judäa nicht kannte;neue Bedürfnisse erzeugten neue Gesetzesbestimmungen und Halachas,und so ging die Lehre einer neuen Entwickelung entgegen, woran, wieschon erwähnt, Babylonien den bedeutendsten Antheil hatte.

Zahlreicher als in früherer Zeit waren lernbegierige babylonischeJünglinge in dem letzten Tanattengeschlechtc unter dem Patriarchat'R. Juda's I. zu den galiläischen Lehrhäusern geströmt, als wollten siedie letzten Strahlen der untergehenden Sonne der Lehre im Stamm-lande auffangen, um damit ihr Geburtsland zu erleuchten. R. Chijaaus Kafri und seine zwei Wundersöhne, seine Verwandten Abba-Areka und Rabb a-bar-Cha na, Abba und sein Sohn Samuelwaren ausgezeichnete Jünger an R. Juda's I. Schule; sie warenmittelbar oder unmittelbar die Bildner und Vorbilder für Baby-lonien. R. Chija und seine Söhne Juda und Chi skia kehrtenindessen nicht nach ihrem Geburtslande zurück, sondern starben in Galiläa,wo sie gleich Heiligen verehrt wurden; man wallfahrte zu ihren Gräbern,und es galt als eine Ehre, neben ihnen begraben zu liegen. AberR. Chija hatte den größten Einfluß auf die Bildung seines Jüngersund Schwestersohnes Abba-Areka, dem er uralte babylonische Tradi-tionen (Hilelmta badlai') überlieferte i); denn so ganz und gar entblößtvon Lehrthätigkeit war Babylonien nicht, wie Manche behauptet haben.Nahardea war der Sitz eines Gerichtshofes und Lehrhauses, dasSidra hieß. R. Nathan, Synhedrist in R. Simon b. Gamaliels IICollegium, und R. Chija haben sich in Babylonien gebildet, ehe sienach Palästina ausgewandert waren. Ehe Abba-Areka und Samuelvon der judäischen Hochschule R. Judas I. zurückkehrten, fungirte einsonst unbekannter R. Schila in Nahardea als Schuloberhaupt (kesob8iära°). Aber mit diesen beiden Männern, die alle Begabung besaßen,um Schöpfer neuer Verhältnisse zu werden, traten weitgreifende Ver-änderungen ein; sie waren es, welche eine neue Richtung vorzeichnetenund Babylonien zur Höhe von Judäa emporbrachten.

Abba mit dem historischen Namen Rab, (geboren um 175,starb 247) hat seinen Zunamen Äreka wahrscheinlich von einer Stadt

st Osussio Habba o. 33/

st Sendschreiben Scherira's.

Graetz, Geschichte der Juden. IV.

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