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Geschichte der Juden.
eine Zweiheit entstanden: Vater und Sohn, oder Weltschöpfer undLogos. Bald kam ein Trittes hinzu. Die ursprüngliche jüdischeAnschauung von der Begeisterung der Propheten und anderer From-men durch Gott, in der Bedeutung heilige Begeisterung slluaodlm-iLoclssod) bezeichnet, erstarrte im Christenthume zu dem Dogmavom heiligen Geiste als Person, welcher mit Gott und Christusebenbürtig und ursprünglich bestehend angesehen wurde. Ohne eszu merken, hatte das Christenthum, welches sich für das wahre geistigegeläuterte Judenthum hielt, ein ganz anderes Gottesbewußtsein undeine Art D r ei g ö tt e r t h um angenommen. Je mehr das christlicheDogma von der Dreieinigkeit mit dem ganzen Wesen des Judenthumsim Widerspruch stand, desto mehr Mühe mußte es sich geben, sie auch,als in der Oekonomie des alten Bundes begründet nachznweisen, unddadurch als uralt zu stempeln. Auf gradem Wege war aber dieserNachweis nicht zu finden; daher nahmen die des Hebräischen kundigenKirchenlehrer der palästinischen und alexandrinischen Schule zu allerleiallegorischen Dentnngen Zuflucht. Wo immer in der heiligen Schriftmehrere Benennungen von Gott Vorkommen, da glaubten sie schon imBuchstaben die Dreieinigkeit angedentet zu sehen. Selbst den ganzunverfänglichen Eingang des Pentateuchs: „Im Anfang schuf GottHimmel und Erde," gebrauchte die deutelnde Christologie als Beweisfür Christus' Mitwirkung bei der Weltschöpfung, indem sie den„Anfang" als die „Weisheit," das „Wort" gleichbedeutend mit „Christus"umdeutete, und in jenem Satz das tiefe Geheimniß erblickte: in Christushabe Gott die Welt erschaffen Z. Um diese und ähnliche Irreleitungenchristlicher Dogmen aus alttestamentlichen Stellen bewegte sich einReligionsgespräch zwischen Papiscus und Jason, um die Mittedes zweiten Jahrhunderts. Die ehemalige gegenseitige Erbitterungzwischen Inden und Christen besonders ans der nazaräischen undgnostischen Kirche, die so weit gegangen war, daß auf der einen Seitedas Judenthum und der von ihm gelehrte Gott arg geschmäht,dagegen Jesus als Christus über Alles erhoben und seine jungfräulicheGeburt betont, und auf der anderen Seite der Stifter des Christen-thums herabgesetzt wurde, indem man die Legitimität seiner Abstam-mung bemängelte und die von ihm gepriesenen Wunderthaten als einErzeugniß magischer Künste bezeichnet — diese gegenseitige Erbit-terung hatte sich mit der Zeit gelegt. Dadurch war erst ein ruhiger,
1) Tbsopbl1o3 acl ^.ntol^ouin II. 10: Hlsronz?mu8 gnas8tlons8 ln dsusÄn.
2) 6sl8U8: gegen das Christenthum bei OriZ'sns8 ooutra
6sl8Uin I. 7. Spuren von dieser erbitterten Anklage in Talmud Labbai 104. b.