Simlai's Polemik.
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leidenschaftsloser Verkehr zwischen den Anhängern der verschiedenenBekenntnisse möglich geworden. Freilich so lange die Leiter derChristenheit in den hebräischen Urquellen des Jndenthnms fremdwaren, konnte kein ernstes Religionsgespräch zwischen ihnen geführtwerden. Erst seitdem Kirchenlehrer, wie Origcnes, sich ans das tiefereVerständnis; des hebräischen Urtextes verlegten, wurden polemischeDisputationen über christologische Themata häufiger.
R. Simla'i hat besonders die Gotteseinheit gegen das christlicheDogma der Dreieinigkeit vertreten und die Beweise für dasselbe mitvieler Geschicklichkeit widerlegt. Vielleicht war gerade Origenes, welchereine geraume Zeit in Palästina lebte, sein theoretischer Gegner.R. Simlai wies in nüchterner Erklärnngsweise nach, daß an allensolchen Stellen der heiligen Schrift, welche einen Stützpunkt für dieDreieinigkeit zu gewähren scheinen, die Einheit Gottes gleich dabeiso scharf hervorgehoben und betont sei, daß ein Mißverständniß un-möglich scheine. In dem Verse: „Die Allmacht, Gott, der Herr weißes" (Josna 2, 22 ), auf welchen sich die Christen als ans eine glänzendetrinitarische Beweisstelle beriefen, befinde sich gleich die Berichtigung:„Er, Gott, weiß es," wodurch die Einheit des göttlichen Wesensunzweideutig hervorgchoben werde, jene Ausdrücke seien daher weiternichts als gehäufte Benennungen, wie man einen und denselbenHerrscher doch zugleich Basileus, Cäsar, Angustns nenne. Ebensoverhalte es sich mit den Ausdrücken im Psalm (50, 1.): „Die All-macht, Gott, der Herr spricht," es sei eine rednerische Wiederholungwie man von Jemandem zu sagen Pflege, er sei Künstler, BaumeisterArchitekt, ohne damit eine Vielheit bezeichnen zu wollen ^). Indenund Christen, welche früher, als sie noch in einem Hanse zusammenlebten, wie feindliche Brüder nur Gehässigkeit gegen einander hegten,führten nur noch eine religiöse Polemik gegen einander, welche, wennsie sich in der friedlichen und harmlosen Art wissenschaftlicher Forschunggehalten hätte, nur dazu beigetragen hätte, die Begriffe zu läutern unddie Wahrheit zu fördern.
Die Polemik gegen das Christenthum weckte in dieser Zeit sogarunter Heiden eine gewisse Kenntniß der jüdischen Dokumente, derensie sich bedienten, um das immer anmaßlichcr auftrctende Christen-thnm zurechtzuweisen. Daniel mit seinen dunkeln Andeutungen undmystischen Zahlen war für christliche Dogmatiker ein sibyllinisches Buch,welches die christliche Oekonomie und Christus' Wiedererscheinung amjüngsten Tage prophezeit haben soll. Der heidnische Philosoph Por-
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