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Geschichte der Inden.
hyperbolisch behaupteten, „der Nagel der Alten sei mehr Werthgewesen, als der ganze Leib der Spätern," oder in einer andernWendung, „wenn die alten Engel waren, so sind wir dagegen nurEsel und nicht einmal gleich dem Esel des R. Pinchas b. Jair,"behauptete Ben-Lakisch das Gegentheil, die Spätern haben mehrVerdienst, weil sie, obwohl unter schwerem Drucke, doch dem Gesetzes-stndium obliegen'). — Obwohl von Jugend an mit R. Jochananbefreundet, durch Verwandtschaft noch enger an ihn geknüpft, geriethBen-Lakisch mit ihm in seinen letzten Jahren in Spannung. DieVeranlassung derselben soll eine allzuverletzende Anspielung gewesensein, welche R. Jochanan sich einst ans dessen früheres Messer-Handwerk erlaubte; vom Wortwechsel kam es zu gegenseitiger Beleidi-gung, und R. Jochanan soll ihn zuletzt mit seinem stechenden Blickgetödtet haben. Der Gram über den verschuldeten Tod seines bestenFreundes trübte die letzten Jahre R. Jochanan's. Er nahm deneinzigen Sohn b. Lakisch's an Kindesstelle an, welchen die Muttersorgsam bewachte, damit ihn nicht das Schicksal seines Vaters träfe").B. Lakisch starb arm, wenn auch nicht ein Jahr, wie die Chronikenangeben, doch nicht allzulange vor seinem Schwager.
R. Josua b. Levi, der mit R. Jochanan und Ben-Lakisch dasTriumvirat der palästinensischen Amoras bildet, hat in der Sagenwelteinen klingenderen Namen als in der Geschichte, welche nicht viel vonihm weiß. Sohn des wandernden Halbtanaäten Levi b. Szißi^),leitete er im Süden von Jndäa, in Lydda, eine Schule, wahrscheinlichals Fortsetzung derjenigen, welche R. Ephds angelegt hatte. DieLyddenscr standen zwar nicht im besten Rufe bei den Galiläern, mannannte sie stolz und halbwissend ^). Allein R. Josua litt nicht darunter,seine Autorität war sehr hoch geschätzt, seine halachischen Meinungensind meistens als gesetzeskräftig ausgenommen worden, selbst in solchenFällen, wo die andern Triumvirn entgegengesetzter Ansichten waren.R. Josua gesteht aber selbst, er habe viele Ueberlieferungen vergessen,während er sich mit der Organisation der südjudäischen Gemeindenbeschäftigte"). Die Gemeindeverhältnisse dieses Landstriches warennämlich seit der hadrianischen Katastrophe in so hohem Grade zer-rüttet, daß R. Jochanan und R Jonathan sich dahin begeben mußten,um Frieden und Ordnung wieder herznstellen °). — R. Josua war auch
') lloma 9. b. 2 ) vaba lllsnia das.
°) sVergl. dagegen Weiß vor vsüor rvsäorseborv III. x. 60.)
V üerns. vssaoblm V. n. 32 a, verglichen mit Labil das. x. 62 b.
5) Ulärasob zu Lobslsd 7. 7.
") Lsraebod IX. Isrns. 12 ü, Wär. Psalm 19, wo die Lesart nnm 'i.