Simon Ben-Lakisch.
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sei auf den Vorschlag eingegangen; aber schon der Entschluß, seinLeben der Lehre zu weihen, habe seine Kräfte derart geschwächt, daßer seine schwere Rüstung nicht mehr anlegen konnte'). Aber nochmehr als seine gewaltige Körperkraft wird seine gewissenhafte Rechtlich-keit gerühmt; er mied, wie erzählt wird, den Umgang solcher Personen,von deren Redlichkeit er nicht die vollste Ueberzeugung hatte; daherman denjenigen, welche Ben-Lakisch seines Umgangs würdigte, unbe-dingten Credit gab, ohne auch nur Zeugen zu nehmen^). Seinedüstere und ernste Physiognomie erheiterte sich nie durch ein Lächeln,weil er die Heiterkeit für leichtsinnig hielt, seitdem das heilige Volkder heidnischen Macht nnterthan geworden^). Seine Wahrheitsliebeund seinen Freimnth kennen wir schon, die er gegen die Mißbräuchedes Patriarchen bis zur Beleidigung geltend machte. In der Gesetzes-anslegnng huldigte er der scharfsinnigen Entwickelung und übertrafdarin noch seinen altern Genossen und Schwager. „Wenn er halachischeFragen behandelte," so erzählen die Quellen, „war es, als wenn erBerge an einander riebe." R. Jochanan pflegte von ihm zu sagen:„Wenn ich beim Leben des Ben-Lakisch eine Halacha oder Mischnavortrng, so hatte er vicrnndzwanzig Fragen darauf, die ich zu wider-legen hatte, dadurch erlangte der Gegenstand lichtvolle Klarheit" ^).In der Agada war b. Lakisch originell und hatte eigene Ansichten,welche erst in der Folge besser gewürdigt wurden. Die Frage überdie Zeit, in welcher der leidende Job gelebt, und über die sonstigeSituation dieses merkwürdigen Dramas wurde öfter in den Schulenverhandelt und erzeugte die widersprechendsten Ansichten. Der Einerückte Job bis zu Moseh's Zeit hinauf, ein Anderer machte ihn zumZeitgenossen der heimkehrenden Exulanten; Resch-Lakisch aber traf denNagel auf den Kopf, indem er anfstellte: „Job hat zu keiner Zeitgelebt, er hat nie cxistirt, sondern es ist eine sinnig moralischeDichtung (lllnsirlml)." Diese Ansicht frappirte die Zeitgenossenungemein, sie hatten für eine solche Auffassung kein Verstäudniß").Die Engelnamen hielt Ben-Lakisch nicht für ursprünglich jüdisch,sondern als ein fremdes, in die jüdische Anschauung verpflanztesElement, das jüdische Volk habe sie aus Babylonien mit herübergebracht; denn die vorexilischen Schriften kennen noch gar nicht denBegriff individnalisirter Engel"). N. Josä und Andern gegenüber,welche das Alterthnm auf Kosten der Gegenwart rühmten und
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Graetz, Geschichte der Juden. IV.
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