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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Freundlichere Beziehung der Juden zu den Römern. 225

welche Jahrhunderte laug gegen Römer herrschte, einem milden GefühlePlatz machte. Die Christen beklagten sich zu dieser Zeit, daß dieJuden den Heiden weit günstiger gesinnt waren, als ihnen selbst,obwohl sie doch mit ihnen mehr gemeinsam haben als mit den Heiden *).Die Scheidewand, welche infolge des Hasses gegen die Römer anf-geführt worden war, lüftete sich zum Theil, die strenge Absonderungmilderte sich. Man gestattete dem Patriarchenhause wegen seines Um-ganges mit den hohen Staatswürdenträgern das Haar auf römischeArt zu tragen, das Griechische zu erlernen und noch manches Andere,was früher verboten war^). Das Leben gestaltete sich überhauptfreundlicher; man fing an, die Zimmer mit Malereien zu zieren, unddie religiöse Scrupulosität fand keinen Anstoß darauf.

Dieser freundlichen Beziehung zu den Machthabern ist es wohlauch zuznschreiben, daß der Patriarch manche Erschwerung aufhoboder aufznheben gedachte, welche in früherer Zeit mit außerordent-licher Strenge festgehalten worden war.

In den stürmischen Tagen des ersten Aufstandes gegen dieRömer, als die Wogen des Racenhasses zwischen Inden und römisch-griechischen Heiden hochgingen, untersagte eine Synode, um jedenBerkehr mit Heiden zu hemmen, von ihnen Oel und manche andereNahrungsmittel zu kaufen oder zu genießen. In Palästina wardiese Beschränkung für die jüdischen Bewohner nicht empfindlich, dadas Land Alles zum täglichen Bedürfnisse Nöthige selbst hervorbrachte,und der Ausfuhrhandel von Oel aus Galiläa nach den Nachbar-ländern sehr lebhaft war. Allein durch die hadrianischen Kriege warJudäa verwüstet und seiner Oelpflanzungeu beraubt; das täglicheBedürfniß nach Oel zwang daher nach und nach von dem strengenVerbote abzngehen. Aber die gesetzliche Genußerlaubniß fehlte; Einzelnes hatten sich darüber hinweggesetzt, während Andere an der bisherigen

^ Strenge festhielten. R. Juda bemühte sich daher, eine Majorität für

die Aufhebung des Oelverbotes zu Stande zu bringen. Er that sichauf den Erfolg, diese Erlaubniß durchgesetzt zu haben, etwas zu Gute;wahrscheinlich hatte er harteKämpfe dafür zu bestehen. Als R. Simlai,der oft von Galiläa nach Babylonien hin und her reiste, den Judender Euphratländer, denen jene Beschränkung noch empfindlicher war,die Nachricht mitbrachte, daß der Genuß des Heidenöls gestattet sei,

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^ st Siehe Note 24. st üsi'U8. ^.bocta Lara III. x. 42 cl.s Graetz, Geschichte der Inden. IV.

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