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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Gefallen fand an sittenlosen Kaisern, als an sittenstrengen von derNatur des Alexander Sever, verhöhnten ihn daher in Epigrammenund gaben ihm den Spottnamen Syrischer Synagogenvorsteher(d. h. Rabbiner, ^rebis^uagoKus) und Hoherpriester. Des KaisersMutter Mammäa hatte allerdings eine Vorliebe für das Christenthnmund war eine Gönnerin des Kirchenvaters Origenes. Der PatriarchR. Inda genoß daher in dieser Zeit ein fast königliches Ansehen unddurfte sogar wieder die peinliche Gerichtsbarkeit ausüben, zwar nichtganz öffentlich, aber doch nicht ohne Vorwissen des Kaisers.Die Bekanntschaft mit dem jüdischen Patriarchen scheint der Kaiserwährend seines persischen Feldzuges bei seinem öfteren Aufenthalte inAntiochien gemacht zu haben (231233). R. Inda hat es wohl beiihm durchgesetzt, daß die Privilegien der Inden geschützt oder viel-mehr erneuert worden sind. Die jüdische Sage weiß viel von derinnigen Anhänglichkeit des Kaisers Severns (Lsverus) Sohn desAntoninus oder des Antoninns schlechtweg an das Judenthnm undan die Juden zu erzählen. Aber wenn auch Vieles darin übertriebenund ansgeschmückt ist, so ist doch manche talmudische Nachricht überdas Verhältnis des Patriarchen znm Kaiser geschichtlich. So wirderzählt: Der Kaiser habe für eine Synagoge, wahrscheinlich in Libe-rias, einen goldenen Leuchter geweiht, dem Patriarchen Aecker in derLandschaft Gaulanitis geschenkt, vermnthlich znm Unterhalt der Jünger.Es ist ganz im Sinne dieses Kaisers von syrischer Abkunft, welcherfür fremde Cnlie eingenommen war, wenn von ihm erzählt wird, erhabe sich vom Patriarchen einen kundigen Mann ansgebeten, welcherihm bei dem Ban eines Altars nach dem Muster des jüdischen Tempelsund bei der Zubereitung des Räucherwerkes nach jüdisch-gesetzlicherNorm behiflich sein möge, zu welchem Zwecke R. Juda ihm seinenHausfreund R. Romanus empfohlen habe. Die dreizehn Jahre,in welchen sich die römische Welt gefallen ließ, sich von einem gutenKaiser beherrschen zu lassen, waren für die jüdische Nation sehr glücklicheZeiten, als die römische Majestät Gunstbezeigungen den ehemals Ver-achteten und Verfolgten gewährte. Man fühlte sich so behaglich, daßman der Meinung war, Daniel, welcher einen prophetischen Fernblick indie Aufeinanderfolge der Weltreiche gethan, habe diesen Zustand mitden Worten verkündet:Wenn sie (die Inden) auch erliegen, so wirdihnen eine kleine Hilfe zu Theil werden," welches myn auf SeverusAntoninns bezog, der ihnen Liebe zngewendetH. Diese günstigeStellung trug dazu bei, daß die tiefe Spannung und Abneigung,

y Siehe Note 23.