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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Die Amoraii».

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das Patriarchat von seinem Vater Gamaliel III. übernommen hatte(um 225), verlegte er den Sitz desselben von Sepphoris nach Liberias,und diese Stadt, früher wegen ihrer Unreinheit gemieden, empfingdurch ihn eine gehobene Bedeutung, überdauerte alle übrigen erinner-ungsreichen Schauplätze Jndäa's und wurde die letzte Zufluchtsstätteuralter Traditionen. Die Anordnung des Neumondes, welche früher-hin wegen einer gewissen Vorliebe für Südjudäa von dort ausging,verlegte R. Juda nach Liberias^). Der Süden Palästina'«, früherder Hauptschauplatz geschichtlicher Vorgänge, verlor fortan alle Be-deutung und mußte seine Rolle an das ehemals verachtete Galiläaabtreten. Wie sein Großvater, genoß R. Juda II. bei seinen Zeit-genossen hohe Verehrung, und man nannte ihn schlechtweg Rabbioder Rabbenn, er wurde aber auch scharf getadelh, nahm aber mehrals jener den Tadel geduldig hin.

Es war wohl der zweite R. Inda, welcher, wie die jüdischenNachrichten mit voller Entschiedenheit behaupten, bei einem römischenKaiser beliebt war, und von dem er mancherlei Begünstigungen erhielt^).Der Zufall, welcher in der Gestalt der Prätorianer bei der Verleihungdes Kaisermantels zumeist den Ausschlag gab, erhob AlexanderSeverus (222235), einen unbekannten Syrer von sechzehn Jahren,zum Herrn der Welt, und dieser verlieh, wie keiner seiner Vorgänger,dem Judenthum in der öffentlichen Meinung eine gewisse Anerkennung.In seinem Privatgemache hatte Alexander Sever neben den Abbil-dungen von Orpheus und Christus auch das Bild von Abraham.Den goldnen Spruch reiner Menschenliebe:Was du nicht leidenkannst, thne auch Anderen nicht," welchen ein jüdischer Weiser nochvor Jesus als den Inbegriff des ganzen Judenthums ansgab, be-herzigte dieser Kaiser so sehr, daß er ihn stets im Munde führte,ihn an den Kaiserpalast und an öffentliche Gebäude als Sinnspruchanbriugen und durch einen Herold verkünden ließ, so oft er die Sol-daten wegen Angriffe auf fremdes Eigenthum zurechtweisen wollte^).Juden und Christen stellte er überhaupt als Muster für die verderbtenRömer auf und wollte die höchsten Staatswürden nach der Norm ertheiltwissen, wie jüdische und christliche Religionsbeamte zur Ordinationgelangen Z. Er hatte zwar auch Wohlwollen für die Christen, aberfür Inden und Judenthum scheint er mehr Vorliebe gezeigt zu haben.Antiochenser und Alexandriner, deren leichtsinniger Charakter mehr

') Siehe Note 22. 2 ) A. Note 23.

0) I,a.mpri(lins in .VIsx 8svsr. o. 29, 51.

ch Das. o. 45.