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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Charakter der Mischna.

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flüchtigung der alexandrinischen Religionsphilosophen nnd zuletzt diegesetzesfeindliche Haltung des Paulinischen Christenthnnis nnd derGnostiker es so weit gebracht haben, in dem jüdischen Bekenntnissedas strenggesetzliche Wesen hervorzukehren und zu betonen. Im geradenGegensätze gegen die alexandrinische nnd gnostische Richtung, welchedie im Jndenthum waltende Liebe Gottes besonders hervorhob, warntdie Mischna, der erste feste Codex des Jndenthums, vor dieser An-schauung und befiehlt, einem Vorbeter Stillschweigen aufznlegen, welchersolches im Gebete durch die FormellSogar bis ans das Vogelnesterstreckt sich deine Liebe" *) ausdrücken wollte. Alles ist daher in derMischna gesetzlich normirt, wenig der freien Entschließung überlassen,wie viel ein Armer von der öffentlichen Wohlthätigkeit zu beanspruchenhat, und selbst wie viel Kinder ein Ehemann in die Welt setzen müsse,um seiner Pflicht zu genügen zur Bevölkerung der Erde beizntragen,die Gott nicht zur Verödung geschaffen" Im Allgemeinen setztsie voraus, daß die ganze Thora, d. h. sämmtliche Gesetzesvorschriften,auch diejenigen, welche nicht augenfällig im Pentateuch Vorkommen,bewährte Ueberlieferung seien, die Mose vom Sinai empfangen, demJosua übergeben, dieser den Aeltesten, diese wiederum (taktvoll diemeist kriegerischen und wenig religiösen Richter überspringend), denPropheten und diese den Männern der großen Versammlung überliefertHabens. Sämmtliche nicht im Pentateuch gegebenen Gesetze nenntdie Mischna Worte der S chr i ftkun d i g en (Oibrs Loksriw), ohnegenau und folgerichtig zu unterscheiden zwischen solchen, welche voneinem der Tana'iten seit Hillel aus dem Schriftworte abgeleitet oderansgedeutet, und solchen, welche von einer Synhedrialbehörde odereiner Schule als verhütende U mzäu n un g eingeführt worden siud^).Zwar ist in der Mischna die Erinnerung an das Mißbehagen mancherTanaiten, namentlich R. Josna's gegen viele durch Deutung gewonneneBestimmungen nicht ganz erloschen, daß manche derselbenBergengleichen, die an einem Haare hängen" d. h. Manches in der Luftschwebt. Nichts desto weniger stellt sie sämmtliche bis dahin festgestelltehalachische Gesetze als unverbrüchliche Norm hin.

h S. oben S. 97 . Isbamol o. V. 1 .

°) L,bot Anfang, vergl. II. 5 , laäalm IV. 3 .

h Lxuüsäriu o. rp:i:i ^iiin wird Traditionelles oder Gefolgertesals 2-1-12 '121 bezeichnet 7 / -,'2111 1-221U '.1 . . . .111,1 '12112 2'12'2 '1212 11211ll'i2io '121' und laclaim III. 2 . werden auch Anordnungen, d. h. rabbinischebenso genannt: '121 2-1-110 '121:2 1111 >121 r-i Diese Regel wird aber nichtallgemein eingehalten, vergl. I'ssaolrim VI. 1 . wo von 12^7:2 auf 1122- herüberund hinüber gefolgert wird.

ö) vbaZ-iZ'g. I. Ende, vergl. Note 7 .