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Geschichte der Juden.
R. Juda's hinlängliche Muße, dessen Werk fortznsehen. Die Mischna-sammlnng hatte nämlich viele Gesetze nicht ausgenommen, theis weilsie nicht unbedingte Gesetzeskraft hatten, theils weil sie als spezielleAusführungen unter allgemeinen Formeln angedeutct waren. Diesevernachlässigten Halachas sammelten R. Juda's Nachfolger als Er-gänzung zur Mischna. Solche Sammler waren: R. Januar, dessenLehrhaus in Akbara war*); R. Chija und dessen zwei Zwillings-söhne Inda und Chiskia, bekannt unter dem Namen „die Jünglinge"(Lobin) oder „die Erklärer" (l'm'Aamina)^; ferner Bar-Kappara,Levi bar Siszi, R. Uschaja der ältere, znbenannt „der Vaterder Mischna";^) endlich Abba-Areka (Lab); sie waren sämmtlichHalbtanarten. R. Juda's Sammlung hatte aber eine so unbestritteneAutorität erlangt, daß ihre Verehrer jedes Wort derselben für heilighielten, zu dem nichts hinzngefügt werden dürfe ^). Jene Sammlungenhatten deswegen gegen die Hauptmischna einen nur untergeordnetenWerth, nnd ihr gegenseitiges Verhältnis) gestaltete sich in der Art,daß jene „die äußere Mischna" (LUsobna obirionab, chaldäisch: Llatnit«borarta, schlechtweg Loraita) genannt wurden, gerade wie die Apo-kryphen (äußere Bücher) zur kanonischen Bibelsammlung. Die Borärtashatten wegen der Aufnahme aller vorhandenen halachischen Gesetzeeinen viel größern Umfang nnd führen ans diesem Grunde den Namen„die großen Mischnas" (Msobnajot Asäolot)^. Nur die Boralta-sammlnngen von R. Chija nnd R. Uschaja erhielten wegen ihresgesichteten Inhaltes halb und halb Gleichberechtigung mit der Haupt-mischna.
Der Grundzug der als bindende Norm anerkannten Mischna istder streng gesetzliche, ja juristische Charakter, den sie dem Judenthumefür die ganze Folgezeit aufgedrückt hat. Der ganze Umfang desselben,die 'Gebote und Verbote, die pentatenchischen und die gefolgertenBestimmungen, gelten ihr als Befehle und Dekrete Gottes, an denennicht gemäkelt, noch gerüttelt werden dürfe; sie müssen unverbrüchlichnach Vorschrift befolgt werden. Es ist nicht zu verkennen, daß dieKämpfe, welche das Jndenthum durchwühlt hatten, die gewaltthätigenEingriffe des Hellenismus unter Antiochos Epiphanes, der erbitterteGegensatz des Sadducäcrthums, die allegorische Deutelei nnd Ver-
') Isrus. Lrnbiir VIII. x. 25. a
ch (llrnlin 20. a. .Isrns 6balab IV. x 60. a Osussis Labba e. 65.
") Isrns. llaba Lama III, x. 4. o. und Parallelst.
4) S. Note 26.
b) Das. Uorasod Ende, Märaselr Lobslsi an viele» Stelle», Uiclraselrzu Psalmen 104.