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Geschichte der Juden.
thun, dann wird ihn das Verdienst seiner Vorfahren unterstützen undseine Gerechtigkeit ewig dauern. Euch aber," sprach er zu den Jüngern,„verheiße ich höhern Lohn, als wenn ihr praktisch thätig wäret. Seidvorsichtig der (römischen) Macht gegenüber, denn sie schmeicheln euch !nur um ihrer selbst willen, sie scheinen Freunde, wenn sie Nutzen davonziehen, stehen aber in der Noth nicht bei. Erfülle Gottes Willen inder Art, daß du deinen Willen vor dem scinigen aufgiebst, dann wirder deinen Willen auch zu dem seinigen machen." Die Warnung,den römischen Machthabern gegenüber besonnen zu bleiben und sich nichtvon ihnen verlocken zu lassen, hat jedenfalls einen politischen Hinter-gedanken. Denn nach dem Tode des strengen Sever erhielt fast einViertel Jahrhundert das römische Reich durch drei Kaiser einen so zusagen asiatischen, richtiger syrischen, mit Judäa verwandten äußerenAnstrich, Rom nahm ans Kriecherei ein syrisches Wesen an nnd seinPantheon nahm morgenländische Götter ans. Dadurch milderte sich znmTheil auch die Schroffheit zwischen Römern und Inden. Julia Domna(Martha), Severs Gattin, war eine Syrerin ans Emcsa, nnd ihr SohnCaracalla, der sich officiel Antoninus nannte (211 — 217), schämte sichwenigstens seiner syrischen Abkunft nicht. Auch hat er sämmtlichenBewohnern des römischen Reiches das Bollbttrgerrecht ertheilt; zwarwar auch dieses Gesetz nur ein Mittel, um die Provincialen höher zubesteuern, aber es hatte doch auch das Gute, daß es den schroffen Unter-schied zwischen Römern nnd Nichtrömern aufhob. So sehr auch Caracallannd sein angeblicher Sohn Elegabal den Purpur wie die Menschheitdurch ihre Laster geschändet haben, nnd die römische Geschichte ihrerZeiten nur Mordthaten und unnatürliche Ausschweifungen zu erzählenhat, die man sich nur durch eine Geisteszerrüttnng dieser beiden Kaisererklären kan, so war doch in ihrem Wahnsinn eine gewisse Methode,nämlich die: die römischen Götter und das römische Wesen durch Bei-mischung syrischer Formen zu verwischen. Daß Caracalla eine Vorliebefür Juden gehabt hat, läßt sich durch keine Thatsache belegen-), undnoch weniger, daß er mit einem jüdischen Patriarchen, etwa gar mitR- Inda, persönlich verkehrt hat. So viel ist aber sicher, daß derZustand der Juden unter diesem Kaiser leidlich war, daß sie sichwenigstens nicht über allzu große Bedrückung zu beklagen hatten, wennsie sich auch keiner besonderen Begünstigung erfreuten. Diesen leidlichenMittelzustand, gleich weit von Glück nnd Verfolgung entfernt, schildertR. Jannal, ein Jünger R. Jnda's und Zeitgenosse R. Chija's, mit
-) L.bcw II. 2.
-) Die Anekdote bei Lpirrtianns in duraoallum e. I. stammt aus dessenJugendzeit und beweist gar nichts.