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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Jude».

erfüllte seine Frau seinen letzten Willen. Die Sage weiß von vielenWundern zu erzählen, welche R. Eleasar auch nach seinem Tode gethanhabe. Als sich zuletzt seine Genossen entschlossen hatten, ihn zu be-statten, gaben es die Einwohner von Akbara nicht zu, weil sie glaubten,die Leiche hätte sie so lange vor den Einfällen wilder Thiere wnnderthätiggeschützt. Die Bewohner einer Nachbarstadt, Biri a*) (nordöstlich vonSafet), mußten Eleasars Leiche entführen, um sie in das Grabmalseines Vaters in Merion beiznsetzen ^). Als der Patriarch R. Judasich um die Hand seiner Witwe bewarb, schlug sie dieselbe aus, wahr-scheinlich aus Empfindlichkeit über die ihrem Gatten zugefügte Zurück-setzung, und antwortete ihm:Ein Gefäß, welches für das Heilige

bestimmt war, soll nicht zum Profanen mißbraucht werden."

Auch mit R. Jsmael b. Josä war man wegen seiner Verfolgungder jüdischen Freibeuter unzufrieden. Als er sich damit entschuldigte,daß ihm ein Befehl von den römischen Behörden zugekommen war,dem er sich nicht entziehen könnte, entgegnete man ihm:Ist nicht

dein Vater entflohen? Da hättest du es auch thnu können"^). DiesenVorwurf legt die Sage dem Propheten Elias, dem Thpus strengerSittlichkeit, in den Mund.

All diese trübseligen Vorfälle erlebte noch der Patriarch R. Inda,und man glaubt, er habe in einer glücklichen Zeit gelebt. Währendseiner Lebenszeit gab es Leiden, und nach seinem Tode verdoppeltensie sich 4). R, Juda scheint nämlich nahe an siebzig Jahre alt gewordenzu sein und hat das Patriarchat über dreißig Jahre verwaltet. Mitvieler Seelenruhe sah er seiner Auflösung entgegen. Er ließ seineSöhne und Schulgenossen vor sich kommen und schärfte ihnen seinenWillen ein. Seinem ältesten Sohne Gamaliel übertrug er die Würdedes Patriarchats, den jüngeren, Simon, ernannte er zum Chacham(Sprechers und empfahl beiden seine hinterlassene Witwe, welche ohneZweifel ihre Stiefmutter war, ihr nach seinem Tode Verehrung zuerweisen und gar nichts in der Hanseinrichtnng zu ändern. Er legtedem künftigen Patriarchen ans Herz, streng gegen die Jünger zu sein,aber von seinem Principe, immer nur je zwei Jünger zu ordiniren,abzugehen, vielmehr sämmtliche Fähige zur Ordination znzulassen. Ganzbesonders sollte er Chanina bar Ckama, gegen welchen R. Inda sichverschuldet glaubte, zu allererst mit der Lehrerwürde bekleiden. Seinebeiden Diener, Josä ans Phacno (in der trachonitischen Landschaft)

') Zebvarr: 102. a. Robinson das. 885

2) Lada illsma 84 b.

2) Das. und cksrns. das. s. Note 20.

"H 8oda Ende.