Jüdische Freischaaren.
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Juden war der glückliche Nebenbuhler über drei Kaiser durchaus nicht.Unter den Gesetzen für Palästina, die er bei seinem Dnrchzuge daselbsterlassen hatte, war auch eins, daß Heiden bei schwerer Strafe nichtzum Judenthum, aber auch nicht zum Christenthum übertreten dürften'):Er gestattete wohl „Denen, welche dem jüdischen Aberglauben folgen",städtische Ehrenämter, Magistratswürden zu verwalten, aber sie müßtensich auch den Anforderungen unterwerfen, kostspielige Schauspiele zugeben und andere Lasten zu tragen, insofern keine Verletzung ihrerReligion dabei vorkäme ^).
Die wilden Streifschaaren scheinen in Judäa nicht ganz unter-drückt worden zu sein, und nach Severus' Abzug aus diesem Landeihr Wesen fortgesetzt zu haben. Die Römer, welche dieselben als Straßen-ränder (latronss) betrachteten, sandten Truppen gegen sie aus, siein ihren Schlupfwinkeln im Gebirge anfzusuchen, ohne sie jedochvöllig anfreiben zu können. Zwei berühmte Gesetzeslehrer dieser Zeit,R. Eleasar, Sohn des römerfeindlichen R. Simon b. Jochai, undR. Jsmael, Sohn des vorsichtigen R. Josö gaben sich dazu her, dieRömer zu unterstützen, die jüdischen Freibeuter zu überwachen und sie denrömischen Behörden zur Todesstrafe zu überantworten"). Die öffentlicheMeinung sprach sich aber tadelnd über diese Männer aus, weil sie sichals Werkzeuge der römischen Tyrannei gegen ihre Stammgenossengebrauchen ließen. R. Josna b. Karcha (nach Einigen ein Sohn R.Akiba's) machte R. Eleasar die bittersten Vorwürfe darüber. „Du Essig,vom Wein stammend (unwürdiger Sohn eines würdigen Vaters), spracher, „wie lange wirst du noch das Volk Gottes dem Tode überantworten?"Da sich R. Eleasar damit entschuldigen wollte, daß er nur „den Weinbergvon Dornen säubere," entgegnete ihm jener: „So mag doch der Herrdes Weinbergs selbst die Dornen ausroden." Der Getadelte empfandspäter Reue über seine Betheilignng an der Verfolgung gegen die jüdischenFreibeuter, und soll sich dafür die Peinlichste Buße aufgelegt haben.Obwohl R. Eleasar eine halachische Autorität war, der sich der Patriarchzuweilen unterordnete Z, war die Abneigung gegen ihn wegen des Vor-schubes, den er den Römern geleistet, so groß, daß er fürchtete, dieGesetzeslehrer würden ihm nach seinem Tode die letzte Ehre versagen,und er schärfte deswegen seiner Frau ein, seine Leiche nicht sogleichbeerdigen, sondern sie in einem Zimmer liegen zu lassen. Als er inAkbara^), einer nordgaliläischen Stadt nordwestlich von Safet starb,
st Lpartiauus das. o. 17. st S. Note 23.
st Lada Lsräa 83. b. ff. llsrns. Uaasssrol III. p. 50. ll.
st Isrus. Labdat X. x. 12. o.
st Lellrearr: 101. b. Lslaml t?aIs.S8tino, 542. Lodlusou kalasstiua III. 884.
Graetz, Geschichte der Jaden. IV. 14