Die endgültige Mischncisammlung.
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spräche verwechselt, und wegen ihrer jargonartigen Gemischtheit ansverschiedenen Elementen. Er behauptete, in Judäa sei die syrischeSprache überflüssig, man spreche entweder Hebräisch oder Griechisch').Das Hebräische war in Judäa und namentlich in den Städten keines-wegs aus dem Munde des Volkes ganz ausgestorben. Selbst R.Juda's Haussclavin und Haustyrannin war mit der hebräischen Spracheso sehr vertraut, daß manche ausländische Schüler von ihr Auskunftüber einige ihnen unbekannte Wörter erhielten ^). Man handhabte dasHebräische so leicht und geläufig, daß manche Rechtsbestimmungenund feinere Unterscheidungen, welche, ein Produkt des allgemeinenZeitbewußtseins, auch in den jüdischen Kreis übergegaugen waren, ihreentsprechenden hebräischen Benennungen gefunden haben. Jrrthümlichist aber die Folgerung aus dem Vorhandensein solcher überein-stimmender Ausdrücke, daß das jüdische Recht sich nach dem Musterdes römischen gebildet habe. Dasselbe entwickelte sich vielmehr, wieder ganze Stoff des mündlichen Gesetzes, auf eigenem Bodens.
So hatte endlich die Tradition ihren Abschluß und ihre Sanc-tion erhalten. Vier Jahrhunderte hindurch seit der Makkabäerzeit,wo zuerst die überlieferte Lehre als ein wirksames Element in dieGeschichte eingriff, blieb sie gewissermaßen in der Schwebe; vonden Pharisäern behauptet, von den Sadducäern geleugnet, von derSchamcntischcn Schule in enge Grenzen gezogen, von der Hillelscheuerweitert, von den Nachfolgern derselben vielfach bereichert, erlangtedie Ueberlieferung durch Rabbi eine feste Gestalt und übte durch In-halt und Form eine geistige Macht in einer langen Reihe von Jahr-hunderten aus. Die Mischna wurde neben der heiligen Schrift dieHauptquelle geistiger Anregung und Forschung, sie verdrängte zuZeiten sogar die Schrift und behauptete sich als alleinige Gebieterin.Sie wurde das geistige Baud, das die verrenkten Glieder der jüdischenNationalität znsammenhielt und inachte das sichtbare Band entbehrlichDie Mischna, das Kind des Patriarchats, durch welches sie in dieWelt gesetzt wurde und Autorität erlangte, tödtete so zu sagen ihrenErzeuger; jenes verlor nach und nach an Ansehen und Einfluß.
Das Erscheinen der Mischna schloß die Reihe der Tanaitenund machte der selbstständigen, schöpferischen Thätigkeit ein Ende.„R. Nathan und R. Inda sind die letzten Tanaiten," sagt einesybillinische Chronik (das apokryphische Buch Adams). Die Mischna
ft 8oia Ende. Lrubin 53. a.
ft Losob ba-gobauab 28. b. üsrus. Llsg'illa II. 2.
ft Vergl. Frankel, gerichtlichtlicher Beweis S. 80. ff.