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Geschichte der Juden.
es gelang ihm nicht durchgängig, theils weil der Stoff dem Zusammen-hänge widerstrebte, und theils weil er sich an die VorgefundeneOrdnung und Eintheilnng halten wollte *). Der Ausdruck der Mischna-sammlnng R. Jnda's ist kurz, abgemessen und sinnreich, geeignet, sichdem Gedächtniß besser einznprägen. Er legte sie aber keineswegsdazu an, um sie zur alleinigen Norm zu machen, sondern stelltesie, wie seine Vorgänger und Zeitgenossen, für sich zusammen, umeinen Leitfaden für die Lehrvorträge zu haben. Aber durch dasAnsehen R. Jnda's bei seinen Zeitgenossen und Schülern erlangte sieausschließliche Autorität und verdrängte alle früheren Mischnas, Midotund Nomika, welche eben dadurch nur dem Namen nach bekannt ge-worden sind. Die Sammlung behielt den uralten Namen Mischnabei, aber sie führte ursprünglich das Beiwort „di Rabbi Inda"; nachund nach verlor sich dieser Beisatz und sie fing an, als allein be-rechtigte, anerkannte und antorisirte zu gelten. Seine Schüler ver-breiteten sie in entfernte Länder und gebrauchten sie bereits als Textfür ihre Vorträge und als religiösen und richterlichen Codex. DieseMischna wurde aber eben so wenig, wie die ältern Sammlungen,schriftlich anfbewahrt, sie blieb vielmehr viele Jahrhunderte hindurchder mündlichen Mittheilnng überlassen, wie es denn überhaupt als ei»religiöses Vergehen und eine Entwürdigung angesehen wurde, dasTraditionelle niederznschreiben -). Nur Agadas wurden hin und wiederschriftlich gesammelt, was manche Gesetzeslehrer nicht minder scharfgerügt haben. Seltene oder auffallende Halachas trugen wohl einige,wie R. Chija, in eine Rolle ein, aber so heimlich, daß sie davonden Namen „Geheimrolle" (msAillnt Lstarim)^) erhalten hat.
Im Alter ging R. Inda seine Mischnasammlung noch einmaldurch, änderte Manches nach andern Ansichten, welche er über dieDinge hatte. Die spätere Ordnung nahmen seine babylonischenSchüler zur Norni, während sein Sohn, R. Simon, sich an dieursprüngliche Fassung hielt. Derselbe hat überhaupt nach dem Todeseines Vaters manche Zusätze zur Mischna geliefert. — Die Spracheder Mischna ist hebräisch in verjüngter Gestalt, vermischt mit vielenvolksgebränchlichen aramäischen, griechischen und lateinischen Benen-nungen. R. Inda Pflegte das Hebräische mit Vorliebe und verachtetedie syrische Sprache, welche in Galiläa heimisch war, wegen ihresnachlässigen Charakters, indem sie verschiedenartige Laute in der Ans-
y Frankel in Darobs Aisobua. p. 254. sg. gab sich Mühe, eine gewissesystematische Ordnung darin zu finden.
2) S. Note 25. 3) Zabbat 6. b.