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Geschichte der Juden.
machte von jetzt an eine andere Art Forschung nothwendig, welche ?mit der tanaitischen Lehrweise nur eine sehr geringe Aehnlichkeit hatte.
Die altern Bearbeiter der jüdischen Geschichte haben die Entstehung ,der Mischnasammlung auf die Freundschaft R. Jnda's mit einemKaiser, als auf die nächste Veranlassung, zurückgeführt, als wenn sieohne kaiserliche Huld nicht hätte zu Stande gebracht werden können').Indessen bedurfte es zum Sammeln und Abschließen der Gesetze keinerso außerordentlichen Begünstigungen, indem R. Juda dafür vielfacheVorarbeiten von R. Akiba's Jüngern vorgefunden hatte, welche ernur zu benutzen brauchte. Ohnehin geräth man von einer Verlegenheitin die andere, um unter den acht Antoninen denjenigen, welcher denJuden günstig gewesen wäre, heranszufinden, weil keiner derselben,von dem edlen Antoninus Pins bis zu dem entsittlichten AntoninusHeliogabal, sich dazu eignet. An den ersten ist garnicht hierbei zudenken, weil dessen Regierungszeit vor R. Jnda's Patriarchat fällt ^Aber selbst der zweite Antonin, der philosophische Kaiser Marc Aurel.an den man zunächst und zumeist gedacht hat, war kei.n sonderlicherFreund der Juden. Seine tiefe Anhänglichkeit an das altrömischeWesen und den Götterknltns, den wiederherzustellen seine Lebensauf-gabe war-), seine Vorliebe für die stolze Philosophie der Stoa, end-lich seine Entfernung von Judäa, das er nur ans kurze Zeit undvorübergehend berührte, ließen keinen Berührungspunkt mit demJudenthnm und dessen Vertreter zu. Es finden sich im Gegentheildeutliche Spuren, daß Marc Aurel eine förmliche Abneigung gegendie Inden hegte. Als er nach dem Tode des Gegenkaisers AvidiusCassius nach Judäa gekommen war (Sommer 175), fand er die Judenlärmend und unsauber; sie hatten ihm nicht in Festkleidern und ehr-furchtsvoller Haltung gehuldigt, und er äußerte sich darüber verdrieß-lich: „Endlich habe ich ein Volk kennen gelernt, welches nochschlimmer ist, als Marcomanen, Quaden und Sarmaten!" Seineund seines Nachfolgers Regierungszeit war auch keineswegs eine "
glückliche für die Juden, welche sich im Gegentheil über harte»Druck zu beklagen hatten. R. Achija bemerkte darüber: „Gott wußte,daß Israel die harten Gesetze der Römer nicht würde ertragen können,darum versetzte er es nach Babylonien" ^). Zur Zeit R. Juda'swurde den Gemeinden in Judäa die Zwanasteuer unter dem NamenKronengelder (aurum ooroimrium, Lsliln) aufgelegt, welche so drückend
') Sendschreiben Lellsrira's eä. OolklbsrZ' S. 20k>. Ilasobi zu Halm LIsKa33. b. vgl. Note 23. 24. Ouxitolinns in Nuroum 12. Vergl üorxns .IurisDio'ssts., 49, 19, 39. Lanmianns Llaroellinns 22. 3. (Siehe die Erklärungdieser Stelle bei Josl, Blicke in die Religionsgeschichte II x. 131 ff.) 6ittin 17 . u.