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Geschichte der Juden.
mir als Weiser anerkannt bist,"*) was die Andeutung enthielt, daßer nie von ihm die Berechtigung zu lehren erhalten werde. DieReizbarkeit des Patriarchen, der sonst ein edler Charakter gewesen,war eine schwache Seite, welche, ein Erbtheil menschlicher Unvollkommen-heit, auch den größten Persönlichkeiten anhaftet und an ihnen um soauffallender erscheint, je Heller ihre Lichtseiten hervortreten. Möglichauch, daß die Empfindlichkeit eine Folge seiner Kränklichkeit war. Sieverfehlte aber nicht eine gewisse Mißstimmung und Unzufriedenheit zuerregen, welche jedoch wegen der hohen Verehrung, die man demPatriarchen zollte, nicht laut wurde. Bei einem Gastmahle, als derWeinrausch die Zungen gelöst und die Rückficht vergessen gemachthatte, liehen die Zwillingssöhne R. Chija's der Unzufriedenheit dasWort. Diese hochbegabten Jünglinge, mit Namen Juda und Chiskija,welche der Patriarch selbst zu Lebhaftigkeit und Redseligkeit anfge-muntert hatte, äußerten einst- „Der Messias kann nicht eher erscheinenals bis die beiden fürstlichen Häuser Israels untergehen werden- dasPatriarchenhans in Judäa und das Haus des Exilsfürsten inBabylonien." Der Wein hatte die geheinien Gedanken verrathen").
Vermöge seiner Unabhängigkeit und seiner Autorität hob R.Inda aus Rücksicht auf die Zeitverhältnisse manche Gebräuche undGewohnheiten auf, welche durch das Alter geheiligt schienen, undsetzte sein Vorhaben mit Beharrlichkeit und Rücksichtslosigkeit durch.Unter anderem scheint er den Brauch der Bergfener, welche zur Be-kanntmachung des Neumondes von Station zu Station angezündet zuwerden pflegten, abgeschafft zu haben.
R. Inda führte anstatt dessen die Einrichtung ein, den Neumonddurch Sendboten bekannt zu machen^). Wiederholte Chikane, welchedie Samaritaner, bald sich dem Judenthnm nähernd, bald sich wiedervon ihm entfernend, zugefügt hatten, waren die nächsten Veranlassungendazu. Zwischen Juden und Samaritanern waren in letzter Zeit mancheReibungen vorgekommen. R. Eleasar, Sohn R. Simon b. Jochai's,ein Zeitgenosse R. Juda's, welcher Bekanntschaft mit der samaritanischenThora gemacht, warf ihnen manche Fälschung vor, welche sie in dem
> lerus. Vaanib IV. 2. Uiärasod Lodslst zu o. 7. V. 7.
2) Lzmdsärin 38. a.
b) lerne. Loeod!m-8elmnall II, x. L8 a. Auch in der uncensirteu Ausgabedes Talmud ist die Lesart das. amwn dagegen las Uarobi (in
Xaktor V. 12); a'r'v-i Die Chikane mit täuschendem Bergfeuer zur
Unzeit wäre demnach von Judenchristen ausgegangen. Es paßt allerdingsfür diese besser, da sie mehr Interesse als die Samaritaner daran hatten, dieFestfeier der Juden in Verwirrung zu bringen.