Patriarch N. Juda I.
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Lehrers mit mehr Treue als Wahrheitsliebe allen andern vorzuzichenpflegt. Die erste Kenntniß der bereits angewachsenen Ueberlieferungenbrachte ihm Jacob b. KurschaiZ bei, einer der ersten ijener Klassevon Gedächtnißmenschen, welche den Gesetzesstoff treu im Kopfe bewahrten,aber nicht Geist genug hatten, ihn in sich zu verarbeiten und daherspäter den Ehrennamen Tana'ite von ehemals in eine gewisse Ver-achtung brachten. Jacob b. Kurschai war bereits unter Simonb. Gamaliel II. ein gedächtnißmäßiger Kenner sämmtlicher Ueber-lieferungen. Die Behandlung des gegebenen Stoffes konnte der jungePatriarchensohn von ihm nicht lernen. Seine Hauptlehrer waren jedochR Simon b. Jocha'i und R Eleasar b. Schamna, dessen Lehrhansvon Zuhörern so vollgedrängt war, daß sich je sechs ans einem Sitzebequemen mußten.
R. Inda, welcher ohne Zweifel nach dem Tode seines Vatersund dem Aufhören der Verfolgung in die Patriarchenwürde einge-setzt wurde (um 170), war mit außerordentlichen Glücksgütern gesegnet,von denen man sprichwörtlich sagte: R. Jnda's Viehställe haben mehrWerth, als des persischen Königs Schatzkammern. Von diesemReichthum machte er, da er sehr einfach lebte, für sich einen nurgeringen Gebrauch, er verwendete ihn zumeist für die Verpflegung derJünger, welche während seines Patriarchats vom In- und Auslandezahlreich sich um ihn sammelten, und ganz auf seine Kosten unter-halten wurden 2 ). Zur Zeit der schrecklichen Hungersnoth, welche imVerein mit der Pest unter Marc Aurel mehrere Jahre im ganzenrömischen Reiche wüthete, öffnete der jüdische Fürst seine Vorraths-kammern und vertheilte Korn unter die Dürftigen. Anfangs bestimmteer, daß mir diejenigen unterstützt werden sollten, welche sich irgendwie mit dem Gesetzesstndinm beschäftigten, und schloß die ganz Rohenund Ungebildeten von seiner Wohlthätigkeit ans. Als aber sein allzugewissenhafter Jünger Jonathan b. Amram, der von der Gesetzes-kenntniß keinen materiellen Nutzen ziehen mochte, die Worte sprach:„Speise mich nicht als Gesetzeskundigen, sondern wie man einen hungrigenRaben ohne das geringste Verdienst sättigt," sah R. Juda seinen Jrrthumein, der Mildthätigkeit Schranken setzen zu wollen, und vertheilte seineSpenden ohne Unterschied^). Auch bei einer andern Gelegenheit gab
st Isrus. Labbai X. p. 12. o. Uosaoblm X. 37. b. Vergl. Uorasoi 13. b.Biographische Skizzen über luäa ba-Xasoi von Bedeutung sind in letzterZeit erschienen von X. Xroebmal in Obalrm II. und Uraubsl varobsMsebna 191
st Labbai 113. Xrubin 53. b.
st Laba Laira 8. a.
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