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Geschichte der Juden.
Etiguette erhöhen, nm die Gleichheit, welche bisher zwischen denWürdenträgern bestunden Hütte, anfznheben. In Abwesenheit desStellvertreters R. Nathan und des Sprechers R. Meir führte ereine neue Rangordnung ein, welche ihn als Oberhaupt vor allenAnderen recht kenntlich machen sollte. Die Ehrenbezeigung, welchedarin bestand, daß in einer öffentlichen Synhcdrialsitzung das Volksich beim Eintritte des Präsidenten und der zunächst stehenden Würden-träger erhob nnv so lange stehen blieb, bis ihm zu sitzen zugewinktwurde, sollte von nun an einzig und allein dem Patriarchen erwiesenwerden. Zn Ehren des Stellvertreters sollte nur die erste Reiheanfstehen und so lange stehen bleiben, bis er seinen Sitz eingenommen,und dem Sprecher f 61 mobaws ein noch geringerer Grad von Ehren-bezeigung erwiesen werden. Als R. Nathan und R. Metr dasnächste Mal zur Sitzung kamen und die neu eingeführte Ordnungbemerkten, welche es auf hierarchische Rangerhöhung des Patriarchenund Aufhebung der bisher bestandenen Gleichheit abgesehen hatte,verschworen sie sich gegen R. Simon heimlich, ihn seiner Würde zuentsetzen. Dazu brauchten sie aber die Zustimmung der Versammlung,weil der Rang des Patriarchats lediglich von der Volksmcinunggetragen war. Durch seltene (halachische) Fragen wollten sie R.Simon in Verlegenheit bringen — welcher überhaupt in Kenntuißdes Traditionsstoffes ihnen uachgestanden zu haben scheint — undwenn sie seine Schwäche aufgedeckt und die Versammlung gegen ihneingenommen haben würden, wollten sie durch einen Antrag den letztenSchlag führen, einen Patriarchen nicht zu dulden, welcher nicht aufdem ganzen Gesetzes-Gebiete heimisch sei. Sie sollen auch schon dieWürden unter sich so vertheilt haben, daß R. Nathan, der aus derFamilie des Exilsfürsten und also aus dem davidischen Geschlechtestammte, als Patriarch und R. Mei'r au dessen Stelle als Zweiterim Range eingesetzt werden sollte. Allein dieser Plan wurde R. Simonverrathen, und die Verschworenen fanden ihn vorbereitet. Der bedrohtePatriarch, die gegen ihn geführte Verschwörung enthüllend, setzte essogar durch, daß beide aus den Shnhedrialsitzungen ausgeschlossenwurden. Indessen wußten die Ausgewicseucn der Lehrversammlungihre Abwesenheit fühlbar zu machen; sie beförderten schwierige Fragen,auf Zettel geschrieben, in die Versammlung, und setzten sie damitin Verlegenheit. Darauf trug R. Josä später auf die Zurückberufungder beiden Ausgestoßenen an, indem er bemerkte: „Wir sind im Lehr-hause, aber die Lehre ist draußen." Sie wurden wieder zugelassen,aber R. Simon wußte es dahin zu bringen, daß ihre Namen bei denvon ihnen ansgegangeuen Gesetzesbestimmungen nicht genannt werden