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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Spaltung in Babylonien.

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drohte. Um eine solche Spaltung nicht einrcißen zu lassen, schickteder Patriarch R. Simon zwei Abgeordnete R. Isaak nnd R. Na-than an R. Chanina mit schmeichelhaften Sendschreiben an ihn ver-sehen, welche in der Ueberschrift die ungewöhnliche Formel hatten:An seine Heiligkeit Chanina." Der Vorsitzende des babylonischenSynhedrin, welcher ein solches Entgegenkommen nicht erwartet habenmochte, nahm die jndäischen Gesandten auf das freundlichste aufund stellte sie mit Lobeserhebungen der Gemeindeversammlung vor.Nachdem sie des Vertrauens des Volkes sicher waren, rückten sicmit dem letzten Zweck ihrer Sendung heraus. Im öffentlichenGottesdienste las der Eine ans dem Gesetzbuchs:Solches sind dieFesttage Chananjas" (fürGottes"); der Andere that etwas Aehn-liches mit einer Propheten-Stelle:Aus Babylonien geht die Lehreaus, nnd das Wort Gottes ans Nahar-Pakod," (füraus Zionund Jerusalem"). Die Anwesenden, durch diese ironische Umdeutungdarauf aufmerksam gemacht, daß ein selbstständiges babylonischesSynhedrin dem Gesetze zuwider sei nnd das Band der Einheitzerreiße, fühlten sich in ihrem Gewissen beunruhigt. Vergebens be-mühte sich R. Chanina den Eindruck dadurch zu schwächen, daß erdie Gesandten verdächtigte; dieselben sprachen mit erhöhtem Mnthe:Ein Gegen - Synhedrin in Babylonien heiße eben so viel, wie einenAltar erbauen, bei welchem Chanina nnd Nechunia als illegitimePriester fnngirten, und gelte überhaupt gleich als sich vom GotteIsraels lossagen. R. Chanina stellte aber den Bestand eines Shn-hedrin in Judäa in Frage, indem diejenigen Gesetzeslehrer, welchedort das Heft in Händen haben, keine Autorität genössen, woraufdie Gesandten erwiderten:Die Kleinen, welche du verlassen hast,sind indessen groß geworden." Dennoch gab R. Chanina sein Vor-haben nicht eher auf, als bis auch R. Inda b. Bathyra in Nisibis, dener hierbei zu Rnthe gezogen, ihm bedeutet hatte, man müsse sich denVerfügungen des allgemeinen Synhedrin unbedingt unterordnen.Als er nirgends Theilnahme und Unterstützung fand, fügte sich R.Chanina und schickte Boten zu Pferde an die zunächst gelegenen Ge-meinden, um die von ihm ausgegangene Festfeier zu widerrufen;hiermit hatte das babylonische Synhedrin ein Ende').

Im Schoße des Collegiums zu Uscha brach indes) ein Zwie-spalt ans, welcher beinahe ähnliche Folgen nach sich gezogen Hütte,wie der Streit zwischen R. Gamaliel nnd R. Josua. Der PatriarchR. Simon wollte seine Würde durch die Einführung einer eignen