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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Spaltung in Uscha.

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sollten; man sagte anstatt R. Nathan:Manche meinen", und anstattR. Meir:Andere meinen." Während sich R. Nathan schließlich mitdem Patriarchen aussöhnte, dauerte die Spannung zwischen dem letzternund R. Meir lange fort. Ohne Zweifel beharrte R. Me'lr auf seinerOpposition und machte ihn durch seinen Scharfsinn öfter verlegen.R. Simon trug endlich darauf an, über den Unruhestifter den Bannzu verhängen. Allein R. Meir war nicht so gefügig wie jene, welchesich unter R. Gamaliel dem Banne ohne Widerstand unterzogen hatten.Mit Berufung auf den frühern Beschluß des Synhedrin in Uscha, daßein Mitglied nicht gebannt werden dürfe, entgegnete R. Meir:Ichkehre mich nicht an euer Bannurtheil, bis ihr bewiesen habet, überwen, ans welchem Grunde und unter welcher Bedingunges verhängt werden dürfte" Z. Er scheint sich von dieser Zeit anvon dem Sitze des Synhedrin entfernt und sich dauernd in Kleinasienniedergelassen zu haben, wo er auch starb. Im stolzen Bewußtseinseines Werthes soll R. Meir vor dem Tode die Worte gesprochenhaben:Verkündet den Söhnen des heiligen Landes, euer Messias istin einem fremden Lande gestorben." Seinem letzten Willen gemäßsetzte man seine Leiche an der Meeresküste bei ^).

R. Simons Patriarchat war nicht frei von Unruhen und Be-drückungen, welche sich wohl die Statthalter oder die römischen Unter-behörden gegen das jüdische Volk erlaubt haben. Der gegenseitigeHaß der Juden und Römer, welcher den Bar-Kochbaischen Krieg unddie hadrianische Verfolgung erzeugt hatte, war zu groß, als daß diestarken Sieger ihn nicht die schwachen Besiegten hätten empfindenlassen sollen. R. Simon b. Gamaliel bemerkt daher von den täglichsich wiederholenden Quälereien und Bedrückungen:Unsere Vorfahrenhaben die Leiden nur von Ferne gerochen, wir aber sind davon so vieleTage, Jahre, Zeiten und Cyclen ganz umgeben; wir hätten mehrRecht als unsere Vorfahren, ungeduldig zu werden ^). Wollten wirwie früher unsere Leiden und die zeitweiligen Errettungen davon ineine Gedenkrolle eintragen, wir fänden nicht Raum genug dazu"^).Die Gehässigkeit der Römer einerseits und die Zähigkeit ider Judenandrerseits, welche den Verlust ihrer Selbstständigkeit nach so

1) Uorasot Ende, llsrns. Libburim. III. x. 65. o. Noscl. Latan IIIx. 81 e.

2) Ieru8. Lilaiin Ende.

2) Märaoob Labba Oantionm n, 18. e. qekürzt in LIülrn8ob Ibrsui vor-letzte Seite.

Labbat 13. b-, vollständiger erhalten in Simon Kahira's UalaobotUeclolot. II. Lolsriin.