Der Lehrerkreis.
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Eine eigenthümliche Erscheinung bot R. Nathan, ein Baby-lonier, Sohn des Exilsfürsten, dar. Es ist weder bekannt, wo er
seine halachische Bildung erworben, ob in Judäa oder im Heimath-lande, noch was ihn veranlaßt hat, nach Judäa überzusiedeln undauf die günstigere Stellung in seinem Geburtslande zu verzichten.R. Nathan's starke Seite war die Kenntniß des jüdischen Rechts,und vielleicht aus diesem Grunde, oder weil er aus dem fürstlichenHause stammte, übertrug man ihm im Synhedrin zu Uscha dieWürde des Stellvertreters. Auch er hatte eine eigene Halacha-sammlung, welche unter der Benennung Mi sch na oder Tosiftades R. Nathan bekannt war*). — Im ganzen war das dritteTanalten-Geschlecht arm im Verhältnisse zu den vorangegangenen;der Bar-Kochbaische Krieg und die hadrianische Verfolgung hattendie gesetzeskundige Jugend hinweggerafft. — Nur dem Namen nachbekannt sind R. Chauina b. Chachinai, welcher, um R. Akiba'slehrreichen Umgang zu genießen, so lange von seiner Familie ent-fernt war, daß er bei seiner Heimkehr seine eigene Tochter nichtmehr erkannte; ferner R. Elieser b. Jakob, welcher im Besitzevon Traditionen über Bau und innere Einrichtung des Tempels war,und ebenfalls eine eigene kurzgefaßte Mischna angelegt hat; endlichR. Eleaser, ein Sohn des Galiläers R. Juso, von dem weiter nichtsbekannt ist, als daß er zweiunddreißig Deutungsregeln zum Berständnißder Bibel aufgestellt hat fl. Auswärtige Gesetzeslehrer in dieser Zeitwaren R. Juda b. Bathyra in Nisibis, welcher die Flüchtlingeaus Judäa beherbergt zu haben scheint, ferner R. Chauina, NeffeR. Josua's in Nahar-Pakod, den sein Oheim nach Babylonien sandte,um ihn dem Umgänge mit Judenchristen zu entziehen, endlich R. Ma-th ia b. Cha rasch in Rom fl, welcher zuerst die Kenntniß desjüdischen Gesetzes von Asien nach Europa verpflanzte.
fl S. Urankst das. x. t88.
fl Zuerst citirt von Ibu-Ua-naob Libwab, dann in Lsker Lsritot desSimson von Chinon und daraus übergegangen in die Talmudausgabe I.unter dem Namen mi.v v"7.
fl sMathia b. Charasch hat um diese Zeit noch gelebt, da uns von einerBegegnung desselben mit R. Simon b. Jochai zn Rom berichtet wird (s. lloma.53. d.). lieber des Letzteren Anwesenheit zu Rom s. weiter x. 192 ff.; dochgehört die Blnthe des Mathia einer altern Zeit an, da er bereits zur ZeitDomitians oder Nervas eins Discussion mit einem der bekannten vierGelehrten zu Rom hatte. S. b. .loma. 86. a. jeruseb. Lzmbeärin X. I p. 27 oM. b. CH. muß also ein hohes Alter erreicht haben.j