R. Simon b. Jochar.
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fache, aus der Natur der Sache selbst genommenen Erklärungsgründestehen im grellsten Widerspruche zu der überschwenglichen Art, mit der imSohar die religiösen Gesetze mit den höheren Verhältnissen des Uni-versums in einen magischen Rapport gesetzt werden. — Neberhauptist diese Lehrweise, den Motiven des Gesetzes nachzngehen und darausFolgerungen für neue Bestimmungen zu schließen, R. Simon eigen,und er stand mit dieser Richtung ganz allein; es war dieses ein Fort-schritt gegen R. Akiba's Lehrsystcm, anstatt der pleonastischen Wörter,Sylben und Buchstaben, das Princip vernunftgemäßer Motivirnng zumAusgangspunkte für Gesetzesfolgerungen zu gebrauchen. Unter andernfolgerte N. Simon nach dieser Art: das biblische Gesetz, eine Wittwemit gerichtlicher Pfändung zu verschonen, könne nur ans eine armeWittwe Anwendung finden, eine reiche hingegen habe keinen Anspruchauf Schonung; ferner die Verschwägerung mit den sieben kananitischenVölkerschaften, welche das biblische Gesetz verbietet, müsse die Aus-dehnung ans alle heidnischen Nationen erhalten, weil das Gesetz dabeilediglich die Verleitung vom Jndenthnm im Auge habe.
Eine andere Ansicht R. Simons zeigt nicht minder, wie weitentfernt er von der kabbalistischen Theorie war. Er hatte einenbefremdlich klingenden Wahlsprnch: die pünktliche Erfüllung des Ge-setzes sei nur denen möglich, welche vom Manna oder vom Zehntenleben. „Denn wie soll Jemand Tag und Nacht im Gesetze forschen,wenn er von der Sorge um Nahrung und Kleidung erfüllt ist?")Das Gesetzcsstndium ist, nach seiner Ansicht, mit Broderwcrb un-verträglich; wenn Israel Gottes Willen erfüllt hätte, so würde es demGesetze und seiner Erforschung ungestört haben obliegen können, wäh-rend fremde Hände seinen Feldbau bestellt hätten-). Unähnlich denmeisten Gesetzeslehrern, trieb R. Simon kein Handwerk und keinGeschäft, er war zu jener Zeit der einzige, dessen Lebensbeschäftigungdas Studium >var^). — Wohnsitz und Lehrhans R. Simons warin dem ölreichen Tekoa, in Galiläa^). Er hatte seinen Kreis vonJüngern, und wurde, weil er alle seine Collegen überlebt hat,die einzige Autorität für das folgende Zeitalter. R. Simon legte,wie seine Collegen, eine Mischnahsammlnng unter dem NamenMidot an, welche eine gedrängte Auswahl aus R. Akiba's Samm-lung enthielt^'). Der scharfsinnigen Lehrweise, welche seit R. Akibain Flor kam und den speciellcn Namen Talmud führte, räumteer den Vorzug vor der bloß traditiven ein, und die Beschäftigung
u Ksobilta sclit. ^.mstsräam. Mrr. Lssolnrlaeb. 2V. L. 32. a.
2 ) Leraebot 3S. b. 1t. a.
Siehe Note 20. Uittm. 66. a.