R. Meir.
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„Ruhe in der Nacht dieser Zeitlichkeit, am Morgen der Seligkeit wirddich der Allgütige erlösen, wo nicht, so erlöse ich dich"
R. Meir pflog auch mit einem heidnischen Philosophen Umgang,wie es scheint, mit Euonymos aus Gadara ^). In jüdischen Kreisensagte man, erstaunt darüber Kenntnisse des Judenthnms bei einem Heidenzu finden, Gott habe den zwei größten Philosophen aus dem Heiden-thnme. Bileam und Euonymos, von seiner Weisheit mitgetheilt, damitsie dieselbe den Völkern lehren sollten. Als der Gadarenser wegen desTodes seiner Eltern Trauer hatte, besuchte ihn R. Meir, um ihm Bei-leid zu bezeugen, wie er denn überhaupt die Ueberzeugung hatte, daßein Heide, welcher sich mit der Thora beschäftigt, ebenso würdig seiwie ein Hoherpriester des Judenthums; denn es heißt in der Schrift:„Diese Gesetze soll der Mensch beobachten, um zu leben," was R.Meir dahin deutete, daß nicht bloß Israeliten zur Seligkeit berufenseien 3). Wollte man daraus schließen, daß ihm die jüdische Natio-nalität nicht so hoch stand wie die Lehre des Judenthums, so hat erdoch anderweitig auch darauf Gewicht gelegt: Wer in Judäa wohneund sich der heiligen Sprache bediene, sei der Seligkeit gewiß ^). —Durch den Umgang mit Männern der Wissenschaft, welche außerhalbdes Judenthnms standen, scheint R. Meir auch mit der stoischen Philo-sophie bekannt geworden zu sein, welche zu jener Zeit in der gebildetenrömischen Welt die herrschende war. Nur übertrug er alle Vollkommen-heiten, welche nach der stoischen Theorie die Philosophie gewährt, aufdie Thora, welche dem Menschen das Ideal erreichen hilft, wenn mansich mit derselben aus reiner Liebe zu ihr ohne Nebenzweck beschäftigt.„Die Thora," so stellt er ans, „macht einen Beflissenen der ganzen Weltwürdig, zum Liebling Aller, flößt ihm Liebe zu Gott und Menschenein, kleidet ihn mit Demuth und Gottesfurcht, befähigt ihn, fromm,gerecht, redlich und treu zu sein, entfernt ihn von der Sünde undnähert ihn der Tugend, gewährt ihm königliche Würde, macht ihnsittlich, langmüthig, vergeßlich gegen Beleidigungen und erhebt und trägtihn über alle Dinge" Das war sein Ideal eines wahren Weisen.
In der Handhabung der halachischen Tradition hatte sich R. Meirseinen Lehrer R. Akiba zum Vorbilde gewählt, und bildete dessen
y OlmAio-g. 15 . a. lorns. das. n. 1. Uiärasod Kutd zu o. 3. 13. Vergl.hierzu Sachs „Stimmen vom Jordan und Euphrat", S. 155.
°) Note 19.
Lilra. Abschnitt Lsäosodim. L.doäa 8ara 3. a. und an mehrerenParallelstellen.
.Isr Labdat I. p. 3. v.
y Hiot VI. 1.
Graetz, Geschichte der Juden. IV.
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