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Geschichte der Juden.
Vorträgen zu lauscheu, die er am Ausgang des Sabbats in Ammausbei Liberias hielt. Eines Tages wurde ihr Gatte wegen ihres längerenAusbleibens so sehr erzürnt, daß er schwor, sie nicht ins Haus zulassen, bis sie dem Prediger ins Gesicht gespieen haben werde. R.Me'tr, der Kunde von diesem, seinetwegen ausgebrochenen ehelichenZwiste erhielt, heuchelte Augenleiden und sprach den Wunsch laut aus,wenn doch nur eine Frau seine Augen mit ihrem Speichel benetzenmöchte. So veranstaltete er, daß jene Frau zum Scheine dieses Heil-mittel an ihm anwenden konnte; nachdem sie es vollendet, sagte er zuihr: „Berichte deinem Mann, du habest mir nicht einmal, sondernsiebenmal ins Gesicht gespieen" *).
Die Zeitgenossen und die Nachwelt konnten R. Me'rr's Weisheitund Charakter nicht genug rühmen; R. Josö schilderte ihn seinenLandsleuten, den Einwohnern von Sepphoris, als einen frommen,sittlich strengen, heiligen Mann ^). Sprichwörtlich sagte man von ihm:wer auch nur R. Meir's Stab berührt, wird weise ^). Seine LiefernKenntnisse erwarb er sich durch den Umgang mit solchen Personen,gegen welche ein Vornrtheil herrschte. Selbst den Apostaten und Ver-räther Achcr suchte er auf, um sich von ihm belehren zn lassen. Alsman R. Me'tr wegen des vertraulichen Umgangs mit einem Gesetzesver-ächtcr Vorwürfe machte, erwiderte er in seiner beliebten sprichwörtlichenWeise- „Ich finde einen saftigen Granatapfel, genieße das Innereund werfe die Schale weg." Er begleitete einst seinen gnostischenLehrer am Sabbat zu Fuß, während jener zu Pferde ritt, sich mitihm über Schriftanslegung unterredend. Plötzlich sprach Acher zuseinem Begleiter: „Bis hierher und nicht weiter darfst du gehen, hierist die Sabbatgrenze (von 2000 Doppelschritten), kehre um." R. Metrnahm hiervon Gelegenheit, gegen Acher zu bemerken: „Auch du kehreum"; Acher wich aber mit den Worten aus: „Wenn es auch für
alle Sünder Verzeihung gicbt, so ist für mich die Gnadenpforte ver-schlossen, weil ich die Geistesgaben, welche mir Gott verliehen, zumAergerniß gemißbraucht habe." Später, als Acher erkrankte, eilte R.Mei'r zn ihm, ihm wiederholentlich in demselben Sinne znredend, undschmeichelte sich, ihn vor seinem Tode zur Reue bewogen zu haben.Eine Sage fügt hinzu, R. Me'lr habe seinen Mantel über Acher'sGrab gebreitet, aus dem eine Rauchsäule aufgestiegen, und habe dabeimit Anspielung auf einen Bibelvers (Ruth 3, 13.) die Worte gesprochen:
*) Isrns. Lola l. p. 16. ä.
2) .Isrns. Leraotiot II. p. ö. b.2) Das. dleclariin IX. p. 41. 1>.