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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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R. Melr.

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Einfälle eines geläuterten, treffenden Witzes mitgetheiltst; auch alsFabeldichter ist er berühmt geworden, und vom Schakal allein, derLieblingsfigur morgenländischer Dichtungen, hatte er 300 Fabeln ge-dichtet^).

Es ist bereits erzählt, daß R. Meir vor der Verfolgung, welcheseine Schwiegereltern dem Tode, seine Schwägerin der Schande geweihthatte, flüchtig geworden, weil R. Juda b. Baba ihn nnd seine College»geweiht hatte, und daß er mit denselben nach dem Aufheben derhadrianischen Edikte aus Babylonien nach Judäa zurückkehrte. Nachseiner Rückkehr soll er, wie eine nicht ganz unwahrscheinliche Nachrichtmittheilt, ans das Drängen seiner Frau seine Schwägerin in Cäsareaausgesucht haben, um dieselbe von der Schande zu befreien. Vorherwollte er aber ihre Tugend auf die Probe stellen, um sich zu über-zeugen, ob sie der Befreiung würdig sei, und verkleidete sich zu diesemZweck als römischer Ritter. Als er sie noch unschuldig fand, bestacher den Aufseher nnd rettete sie, gerieth aber, weil die That ruchbarwurde, in große Gefahr. Die römischen Behörden ließen auf ihnfahnden, und er war einmal nahe daran in Haft zu gerathen, welcherer nur dadurch entging, daß er sich stellte, als genösse er verboteneSpeisen, um die Häscher glauben zu machen, er gehöre nicht zu denJuden 2). R. Me'tr's und seiner Frau Gottergebeuheit beim plötzlichenTod ihrer zwei Kinder ist durch eine Poetische Ueberarbeitung in derdeutschen Literatur bekannt geworden. Es wird erzählt: Seine zweiSöhne seien plötzlich an einem Sabbat gestorben, während ihr Vaterim Lehrhause beschäftigt war, und die zartfühlende Gattin habe ihmden Tod derselben verheimlicht, um ihn nicht am heiligen Tage durchdie Trauerpost zu betrüben. Als der Sabbat zu Ende war, fragtesie ihn unter der Hand, ob man ein anvcrtrautes Gut dem Eigen-thümer wieder erstatten müsse, und ans seine bejahende Antwort führtesie ihn an den Ort, wo ihre beiden Kinder entseelt lagen und tröstetesein Gcmüth mit der Bemerkung, daß sic nur ein anvertrautes Gutwaren, welche der Eigenthümer zurückgefordert hat^). R. Meir'sBescheidenheit hielt mit seiner Gottergebenheit und seinem Wissengleichen Schritt. Seinen Lieblingsspruch: Beschäftige dich wenigermit dem,Gewerö, als mit der Lehre und sei vor jedem Menschendemüthig st, bewährte er durch die That, Eine Frau pflegte seinenVolksthümlichen und durch eingemischte Vergleichungen anziehenden

st Siche Note IN, st Lzmbsäriu 38. b, f. 8ota 49. n,st Hxnlu Fürs, 18, b, Märaseli Lobslst zu o. 8. H. II.st illidraseb zu den Sprüchen Ende,st tlbot IV. 12,