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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

Name war Miasa oder MoiseZ (griechische Aussprache für Moseh)und der Name Meist ist lediglich eine Metapher mit der Bedeutungder Erleuchtende." Er soll nach einer unverbürgten Sage von einerProselytenfamilie und zivar gar von dem Kaiser Nero abgestammtsein, der, wie man im Morgenlande glaubte, den Mördern entgangenund zum Judenthnme übergetreten wäre"). Gewiß ist es, daß R.Meist's Geburtsland Kleinasien war, höchst wahrscheinlich das cappa-docische Cäsarea ^). Seine Existenzmittel gewann er vom Schönschreibennnd Copiren der heiligen Schrift (iiboilar), welches für ihn gewinn-reich wurde, weil er eine Neuerung, Kupfervitriol (Olmikantbos) in dieTinte zu mischen nnd sie dadurch dauerhaft und glänzend zu machen,eingeführt hatte; er empfahl überhaupt ein leichtes nnd sauberesHandwerk zu erlernen. Mit den schwierigen orthographischen Regelnder hebräischen Sprache, welche das Abschreiben der heiligen Bücherfast zu einer Wissenschaft machten, war er so vertraut, daß ereinst das Buch Esther ans Mangel an einem Original-Manuskripteans dem Kopfe ohne Fehler copirte Z. Von dem wöchentlichen Ver-dienste von drei Sekel, den ihm diese Beschäftigung brachte, verwendeteer zwei Drittheile zum Unterhalte seiner Familie, und den Rest zurUnterstützung verarmter Genossen"'). Verheirathet war er mit Beruria(oder Valeria), der gelehrten Tochter R. Chaninas b. Teradjon, derenhalachische Anssprüche sogar R. Josua gerühmt hatte °). R. Meistwar eine Zeit lang R. Jsmael's Zuhörer, dessen verständig nüchterneLehrweise ihm jedoch weniger znsagte, als die scharfsinnige R. Akiba's;deswegen schloß er sich später dem Letzteren an, dessen System denentschiedensten Einfluß ans seine Geistesrichtnng hatte. Frühzeitig er-theilte R. Akiba seinem Lieblingsjünger die Weihe, nnd gab ihm de»Vorzug vor R. Simon; wegen seiner Jugend fand er jedoch nicht dieAnerkennung als selbstständiger Gesetzeslehrer Z. Witzig geißelte R.Meist diese Peinlichkeit, welche nicht ans das Verdienst, sondern aufdas Alter Rücksicht nimmt:Schaut doch nicht," sprach er,ans dasWeingefäß, sondern auf den Inhalt! Manches neue Gefäß enthältalten Wein, aber es giebt alte Weinkrügc, welche nicht einmal jungenWein enthalten" ^). Es werden überhaupt von ihm manche geistreiche

') Siehe Note 19.

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