Aufhören der Hadrianischen Verfolgung. 171
welches er über die jüdische Nation gebracht hatte. Diejenigen, welcheder Aechtung entgangen waren, hatten nichts Angelegentlicheres zuthun, als von seinem Nachfolger die Rücknahme der Blutedikte zu er-wirken. Titus Aurelius Antoninus, mit dem Beinamen Pius,war, obwohl Hadrians Adoptivsohn und in dessen Politik eingeweiht,doch von menschlicher Gemüthsart und wohlwollendem Charakter; vonihm ließ sich eine minder grausame Behandlung erwarten. Eine vor-nehme römische Matrone in Cäsarea, wahrscheinlich die Frau desRufus, welche mit den Drangsalen der Juden Mitleid empfand, riethihnen, den römischen Landpfleger flehentlich zu bitten, den VerfolgungenEinhalt zu thun.
Diesen Rath befolgend, wagten es Einige mit R. Jehuda b.Schamua an der Spitze, den Statthalter um Erbarmen anznflehen.In dunkler Nacht riefen sie kläglich: „O Himmel, sind wir nicht eureBrüder, Söhne desselben Stammvaters? Warum verhängt ihr überuns so viele unerträgliche Leiden?" st Solche Vorgänge mögen wohlden Statthalter bestimmt haben, sich beim Kaiser für eine mildereBehandlung der Inden zu verwenden. Am fünfzehnten Ab (August)soll die freudige Nachricht eingelaufen sein, daß die aufgeschichtetcnLeichname der jüdischen Krieger zur Ruhe bestattet werden dürften,und aus dankbarer Erinnerung an das Wunder, daß sie nicht in Fäul-niß übergegangen waren, schaltete man zum Tischgebet einen eigenenSegenssprnch ein st. Am achtundzwanzigsten Adar (März 139 oder140) kam eine noch freudigere Botschaft, daß die hadrianischen Dekreteaufgehoben seien, und man setzte diesen Tag in den Kalender derGedenktage st. Auch eine römische Quelle berichtet, daß der KaiserAntoninus Pius den Juden die Beschneidung gestattet hat, nur durftensie sie nicht an Genossen anderer Nationen, d. h. an Proselyten vor-nehmen ^). Damit war ohne Zweifel der Rcligionszwang überhauptaufgehoben. Nur das Verbot, daß Inden Jerusalem nicht betretendurften, ließ der Kaiser bestehen, und die Todesstrafe für Uebertreterdesselben blieb in Kraft st. Das unerwartete Ende der Verfolgung unddes Gewissenszwanges rief die Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zn-rück. Auch die sieben Jünger R. Akiba's, die einzigen Bewahrer des
st Nosob ba-8obanab 19. a. lllsAlllat llÄanit e. 12.
st Siehe Note 17.
st Losob ba-8ebanab und Zlszällat laanit das.
st Uoässtinns äs sioarüs lliKSSta 18, 8. II. Oiroumoiclsrs .Inclasis Mo8suos tantmm rssoripto clivi ?il psrinittitnr: in non sjusäom rslignonis gniboe ksosrit, oastrantis xosna irrog'atnr.
st Note 17.