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Geschichte der Juden.
lebenden, welche ihren Frieden mit den Römern geschlossen hatten undin stiller Zurückgezogenheit lebten, ans Herz legen wollte, wie noth-wendig es sei, selbst mit Aufopferung seines Glückes und seiner Ruhedie Leichname heimlich in dunkler Nacht zu bestatten. Er verfaßtezu diesem Zwecke eine eigen gehaltene Schrift, das Buch Tobit'),worin das Hauptgewicht auf die Pflicht der heimlichen Beseitigungder von einem Tyrannen anbefohlenen Schändung der Leichen gelegtund zugleich angedeutet wird, daß die Erfüllung dieser mit Gefahrverbundenen Pflicht unfehlbar reichlichen Lohn des Himmels herbei-führen müsse. Als Beispiel wird ein Frommer Namens Tobit an-geführt, der sich durch Bestattung der von einem König Vernrtheiltenzwar Elend zugezogen, aber zuletzt durch Gottes Beistand wegengewissenhaft erfüllten Liebesdienstes gegen Entseelte mit reichem Segenbedacht worden war. Der Inhalt des Buches Tobit läßt seine Ent-stehung in der hadrianischen Zeit nicht verkennen.
Tobit b. Tobiel erzählt selbst seine Geschichte. Er, angeblichaus dem Stamme Naphtali, war über die Maaßen fromm; währendseine Stammgenossen dem Baal opferten, war er zu den Festzeitennach Jerusalem gewallfahrt und hatte dort den dreifachen Zehntengespendet. Durch Enemessar mit den übrigen Gefangenen desZehnstämmereiches nach Ninive verpflanzt, bekundete er auch dortseine Frömmigkeit, aß nie von dem Brode der Heiden, und erwiesMildthätigkeit seinen dürftigen Brüdern. Ganz besonders aber warTobit eifrig, die Leichen (der Juden) heimlich zu beerdigen, welcheder König Enemessar und nach ihm sein Sohn Sancherib hatte hin-richten und hinter die Mauern Ninives werfen lassen. Er wurdeaber verrathen, mußte in ein heimliches Versteck fliehen, alle seineHabe wurde ihm vom König (Sancherib) genommen und ihm nichtsweiter gelassen, als sein Weib Anna und sein Sohn Tobias. Erstnach Sancheribs Flucht durfte Tobit durch die Gunst seines Ver-wandten Achiachor bei dem neuen König Sacherdon wieder nachNinive kommen und er hatte wieder nichts Angelegentlicheres zuthun, als hingeworfene Leichen von Religionsgenossen zu bestatten.Er that es auch einst als er sich eben zu Tische setzen wollte, undsein Sohn ihm von einem auf dem Platze liegenden ErschlagenenKunde brachte. Ehe er einen Bissen kostete, brachte er die Leiche
ins Haus und nach Sonnenuntergang legte er sie unter die Erde.Tobit's Nachbarn verspotteten ihn wegen dieses seines Eifers undsagten von ihm- „Kaum ist er wegen dieser Sache dem Tode ent-
Dieselbe Note.