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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Acher.

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welche für jeden religiösen Akt mit einer grausamen Strafe bereitwaren:Warum sollst du gegeißelt werden? Weil ich den Feststrauß'Imlad) gebraucht. Warum sollst du gekreuzigt werden? Weil ichUngesäuertes am Passahfeste genossen. Warum bist du zum Feuer-tod, und du zum Schwerte vernrtheilt? Weil wir in der Thoragelesen oder unsere Kinder beschneiden ließen." Noch fürchterlicherals der schnelle Tod war für die Angeklagten die langsame Marter,in denen die römischen peinlichen Tribunale nicht weit hinter denJnquisitionsgerichten zurückgeblieben zu sein scheinen. Die grellstePhantasie könnte kaum eine raffinirtere Grausamkeit erfinden, wie siedamals vorgekommen ist. Die Quelle, welche die Folterarten ineinem durchaus schlichten, glaubwürdigen Tone erzählt, ist ihrerganzen Fassung nach fern von Uebertreibnng. Sie berichtet: ZurZeit der Verfolgung legte man den Vernrtheilten glühende Kugelnunter die Armhöhlen, oder steckte Rohrspitzen unter die Nägel, umihnen das Leben langsam abznzapfen *). Es wurden aber noch andereMarterqnalen angewendet, deren bloße Erinnerung einen unwillkür-lichen Schauder erregt.

Trotz der römischen Wachsamkeit hätten die Gewissenhaften, dieBehörden täuschend, der religiösen Hebung obliegen können, wennnicht jüdische Verräther, der Religionsgesetze kundig, die mindercingeweihten römischen Aufseher auf jeden Umstand, jeden Kniff,jede Umgehung aufmerksam gemacht hätten. Solche Angeber mochtentheils zu jener gewissenlosen Menschenklasse gehört haben, welche Allesum des Gewinnes halber thut, theils zu den gnostischen Sektirern,welche die Verachtung und Vernichtung der jüdischen Gesetze als eingutes Werk betrachteten, weil dadurch die Schöpfung des Demi-urgos zerstört würde, den die Gnostiker, wie schon erzählt, gründlichhaßten. Das Jndenthnm hatte also zu dieser Zeit zweifache Feinde:theoretische Gegner, welche auf dem Grabe desselben die Siegesfahneihrer Prinzipien anfznpflanzen gedachten, und politische Widersacher,welche sich von dessen Untergang Ruhe und Ungetrübtheit für dasrömische Reich versprachen; beide boten sich die Hände, die Auflösungder jüdischen Lehre zu befördern. Zn den erbittertsten Feinden gehörteAcher, der von gesetzesverachtenden Ansichten erfüllt war (o. S. l92j.Er gab, wie erzählt wird, den römischen Behörden die gründlichsteAnleitung, Ivie sie einen religiösen Akt von einem gleichgültigen unter-scheiden könnten. Waren z. B. Juden gezwungen, am Sabbat zuarbeiten, und wollte Jemand, wenn er eine Last zu tragen hatte, sein

st Siehe Note 17.