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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Geschichte der Juden.

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Heideiithum mit Waffengewalt anfzwingen ließ. Hadrian glaubteden starren Unabhängigkeitssinn der Inden dadurch am nachdrücklichstenbrechen zu können, daß er sie dahin brächte, sie ihres eigenartigenreligiösen Lebens zu entwöhnen.

Ein Dekret langte in Judäa an, welches die schwersten Strafenüber alle diejenigen verhängte, welche die Beschneidung, den Sabbatbeobachteten oder sich mit der jüdischen Lehre beschäftigten. Nurin einem einzigen Punkte wich das hadrianische Verfolgnngssystemvon der durch Epiphanes gezogenen Linie ab, daß der Zwang, dierömischen Götter zu verehren, nicht dekretirt wurde. Ohne Zweifelwaren Hadrian und seine Räthe im Voraus von der Erfolglosigkeiteiner solchen Maßregel überzeugt; die Erfahrung mochte die Römerbelehrt haben, daß in diesem Punkte die Juden unbezwingbar sind.Das Verbot erstreckte sich aber noch viel weiter, als auf die dreigenannten Punkte, es umfaßte alle Seiten des jüdischen Religions-lebens. Es zog sogar solche jüdische Sitten und Gewohnheitenhinein, die nur scheinbar einen religiösen Charakter haben: z. B. denScheidebrief für geschiedene Frauen anszustellen, das Prosbul derGläubiger beim Gerichte niederznlegen, um die Schulden auch imErlaßjahr einfordern zu können, das Heirathen am Mittwoch undandere Bräuche ohne besonderen religiösen Anstrich'). Diese weiteAusdehnung mochte ein Commcntar und eine Ergänzung der römischenBehörden in Judäa gewesen sein, die mit dem Geiste der Indenvertrauter, dem kaiserlichen Befehle mehr Nachdruck geben, und dasZiel wirksamer fördern helfen sollten. Von Rufus wird ausdrücklichbemerkt, er habe eine tiefere Kenntniß der jüdischen Gesetze besessen^).Die trübseligen Jahre, welche in Folge dessen über das Jndenthumvon dem Falle Betars bis über den Tod Hadrians hinaus herauf-beschworen waren, heißen die Zeitepoche des Religionszwanges,der Gefahr und der Verfolgung Lolranall, Lollsmaä).

Die strengen Dekrete und die noch strengere Auslegung warenein harter Schlag für die lkebriggebliebencn. Die Gewissenhaftenwaren rathlos, wie sie sich in dieser kritischen Lage zu benehmenhätten, ob sie, streng an der religiösen Praxis festhaltend, ihr Lebendafür einsetzen, oder ob sie, Rücksicht nehmend auf die ohnehingelichteten Reihen der jüdischen Bevölkerung, ihr Leben schonen undsich für den Augenblick der harten Nothwendigkcit fügen sollten.Einen legitimen Synhedrialkörper gab es zu jener Zeit wohl nicht,welcher die Frage in die Hand nehmen und eine Richtschnur hätte

>) Note 17. -) keilita Itabbnti osx. 23.