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4 (1893) Geschichte der Juden vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmud
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Der Fall der Festung Betar.

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stimmt indessen mit jüdischen Nachrichten überein, daß Betar durch eineverräterische List der Samaritaner gefallen ist. Jüdischerseits erzählteman sich nämlich Folgendes darüber: R. Eleasar ans Modi»habe in Sack und Asche gefastet nnd gebetet, daß Betar nicht ein-genommen werden sollte; vielleicht hat er durch seine Frömmigkeit denBelagerten Vertrauen, die Seele des Krieges, znm Widerstande ein-geflößt. Hadrian (oder sein Feldherr), von dem hartnäckigen Kampfermüdet, sei im Begriff gewesen, die Belagerung aufzuheben. Da habeihm ein Samaritaner versprochen, ihm zur Einnahme behilflich zusein, indem er R. Eleasar, den Schutzgeist der Festung, verdächtigmachen Wollte; denn, habe er hinzugefügt:So lange diesesHnhn inder Asche gackert, ist Betar uneinnehmbar." Darauf habe sich derselbeSamaritaner durch einen unterirdischen Gang^) in die Stadt ein-geschlichen nnd sei an R. Eleasar während seines Gebetes heran-getreten, um ihm etwas geheim»ißvoll ins Ohr zu flüstern. Die An-wesenden, welche aus der geheimthuenden Art Verdacht schöpften,hätten ihn vor Bar-Kochba geführt nnd ihm den Vorfall erzählt. VonBar-Kochba ins Verhör genommen, habe derselbe eine den Spioneneigene Jammerrolle gespielt nnd die Worte gesprochen:Wenn ich

Dir die Wahrheit sage, tödtet mich mein Herr, verheimliche ich siedir, so tödtest du mich; indessen lieber will ich durch deine Handsterben, ehe ich die Geheimnisse meines Herrn verrathe." Bar-Kochba,ein verrätherisches Einverständniß zwischen R. Eleasar und dem Feindeargwöhnend, habe ihn vor sich geladen und über den Gegenstandseiner Unterredung mit dem Samaritaner gefragt. R. Eleasar, welcherin seiner tiefen Andacht kaum die Anwesenheit eines Samaritanersgewahr geworden, konnte nicht anders antworten als: er wisse vongar nichts. Bar-Kochba, hinter diesem Allen eine nm so größereVerstellung vermuthend, sei in einen so heftigen Zorn gerathen, daßer R. Eleasar mit dem Fuße gestoßen, wodurch der vom Fastengeschwächte Fromme todt niedergefallen sei. Eine Stimme habe sichdann vernehmen lassen:Du hast den Arm Israels gelähmt und seinAuge geblendet, darum soll dein Arm gelähmt nnd dein Auge geblendetwerden." Darauf sei Betar gefallen und Bar-Kochba getödtet worden.Das Ende dieses gewaltigen, ans seine Kraft allzusehr vertrauendenHelden ist nicht bekannt. Man erzählte sich später: Ein Römer habeseinen Kopf gebracht und sich gerühmt, ihn erschlagen zu haben; aberman fand seinen Körper von den Windungen einer Schlange um-schlungen, worauf der Sieger geäußert habe:Wenn Gott ihn nicht

st Siehe Note 16.